Seelentröster

Es gibt Phasen im Leben, in denen alles rund läuft. Wir sind spürbar in unserer Mitte. Unsere Arbeit bereitet uns Freude – wir sind gefordert, aber nicht überfordert. Wir haben eine Partnerschaft, die uns glücklich stimmt. Unsere Familie ist wohlwollend an unserer Seite, in unserer Freizeit verbringen wir schöne Stunden mit geliebten Menschen. Wir empfinden tiefe Freude. Wir wissen um unsere Fähigkeiten und leben diese auch. Alles ist gut.

Und im nächsten Moment geraten wir durch ein Ereignis aus der Bahn. Oder wir wissen vor Erschöpfung und Müdigkeit einfach nicht weiter, haben zu viel um die Ohren. Das Leben hält immer wieder große Herausforderungen für uns alle bereit und so gerne wir Pläne schmieden – es läuft eben nicht immer alles nach Plan. Und das ist auch gut so. Die herausfordernden Phasen beinhalten auch viele Möglichkeiten. Wir haben die Chance uns selbst wieder neu zu entdecken, uns neu zu definieren. Wir können wieder selbstaufmerksam sein und erspüren, was wir für ein gelungenes Leben brauchen. Veränderung entsteht vor allem dann, wenn wir einmal nicht weiterwissen und dadurch unseren Blickwinkel ändern müssen, um wieder klar zu sehen. Diese herausfordernden Phasen sind jene, in denen unsere Seele besonders viel Zuwendung und Trost braucht.

Pflanzliche Seelentröster

Das Pflanzenreich bietet vielfältige Unterstützung, um unserer Seele tröstend beizustehen und uns insgesamt wieder zu stärken und aufzubauen. Ätherische Öle und Hydrolate beispielsweise können uns in krisenhaften Situationen duftend begleiten. Aber auch verschiedene Teekräuter und Gewürze können positiven Einfluss auf unser Seelenleben nehmen. Dabei reicht die Palette an natürlichen Hilfsmitteln von erfrischend-fruchtigen Zitrusölen, die unsere Stimmung erhellen über blumige Blütenöle, die unser Herz zu trösten vermögen bis hin zu kräftig riechenden Ölen aus verschiedenen Wurzeln.

Duftende Rezepturen

Wenn wir die ätherischen Öle gekonnt miteinander kombinieren und die Kräuter so zusammenstellen, dass ausgewogene Mischungen entstehen, dann können wir die umfassende Wirkung der Pflanzen erfahren.

Abwarten und Tee trinken

Verschiedenste Teemischungen können uns dabei unterstützen, wieder in unsere Mitte zu kommen.

 

Easy peasy

Diese Teemischung sorgt für Ausgewogenheit. Ringelblume, Rose und Lavendel bilden die entspannenden Komponenten, Gänseblümchen hilft der Seele sich wieder aufzurichten, Süßholzwurzel sorgt für Balance und Rosmarin bringt wieder Schwung in unser Leben und wärmt uns.

Zutaten (für eine 50 g Teemischung):

15 g Ringelblumenblüten

10 g Rosenblüten

10 g Rosmarinkraut

5 g Gänseblümchen

5 g Lavendelblüten

5 g Süßholzwurzel

Zubereitung:

– Die Tee- und Gewürzkräuter mischen und in einem lichtgeschützten Behälter oder Papiersäckchen aufbewahren.

– 1 TL der Teemischung mit warmem Wasser überbrühen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.

– In der kalten Jahreszeit kann nach Wunsch noch eine Scheibe frischer Ingwer hinzugefügt werden.

Mischungen aus ätherischen Ölen

Wir können mit Düften direkt das limbische System erreichen, das auch „Gefühlshirn“ genannt wird. Hier sind unsere Emotionen verankert. Naturreine ätherische Öle können einen erheblichen Einfluss auf unser Gefühlsleben nehmen – richtig eingesetzt können wir mit einigen Tropfen tolle Wirkungen erzielen.

I feel fine

Diese Mischung erhellt unsere Stimmung und vermittelt wohlige Geborgenheit. Das naturreine ätherische Öl der Bergamotte bringt Licht ins Dunkel unserer Seele und unterstützt uns vor allem in schweren Krisenzeiten zuverlässig. Rosengeranienöl duftet herrlich blumig und sorgt für Ausgleich und Balance. Neroli gilt als Erste-Hilfe-Öl und wird vor allem zur Stabilisierung unserer Psyche bei Angstzuständen und in Ausnahmesituationen eingesetzt. Es bringt Ruhe und ist sehr kostbar bei seelischer Erschöpfung. Rosenöl tröstet unser Herz und mildert Kummer. Vanille vermittelt Geborgenheit und Wärme – wir fühlen uns in den Arm genommen. Atlaszeder bringt uns zurück ins Hier und Jetzt und unterstützt jede Art von Neubeginn. Vetiver sorgt für Verwurzelung. Dieses Öl wird aus den Wurzeln eines Süßgrases gewonnen, das auf den ersten Blick sehr unscheinbar wirkt. Blickt man jedoch unter die Erde so findet man ein tief verzweigtes Wurzelsystem, das in Südostasien und Mittelamerika eingesetzt wird, um den Boden vor wind- und wasserbedingter Erosion zu schützen. Das dichte Wurzelsystem hält den Boden zusammen und erhöht die Wasserspeicherkapazität des Bodens. Vetiveröl gibt uns Halt und hilft uns in schwierigen Situationen nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. (vgl. auch Zimmermann 2012)

Inhaltsstoffe (für eine 5 ml Mischung):

60 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)

35 Tropfen Rosengeranie Bourbon (Pelargonium x asperum)

3 Tropfen Neroli (Citrus aurantium)

2 Tropfen Rosenöl (Rosa damascena)

10 Tropfen Vanille-Extrakt (Vanilla planifolia)

2 Tropfen Atlaszeder (Cedrus atlantica)

8 Tropfen Vetiver (Vetiveria zizanoides)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle mischen und in eine saubere, lichtgeschützte Flasche abfüllen.

 

Anwendungsmöglichkeiten:

– 4-8 Tropfen dieser Mischung in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

– Eine weitere Möglichkeit: 10 Tropfen der Mischung in ein mit Weingeist befülltes 10 ml Roll-On geben und z.B. als duftenden Begleiter überall hin mitnehmen. Aufgetragen werden kann das Roll-On beispielsweise auf die Handinnengelenke. Zu beachten ist jedoch, dass die Hautpartien, die mit der Mischung in Berührung gekommen sind, einige Stunde keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden dürfen, da Bergamotte lichtempfindlich macht!

Seelentröster zum Essen

Nachhaltig stärken können wir uns logischerweise auch mit den passenden Nahrungsmitteln. Dabei sollten wir vor allem biologische Lebensmittel einkaufen, die der jeweiligen Saison entsprechen und darauf achten, dass wir der Jahreszeit entsprechend kochen. Im Winter ist es sinnvoll, wenn wir thermisch warm essen, also aromatische Kräuter und Gewürze in unsere Zubereitungen miteinfließen lassen. Kraftsuppen und Kompotte können uns in den Wintermonaten von innen her bestens stärken und bringen unsere Energie wieder zum Fließen.

Birnen-Kompott

Zutaten:

4 Birnen

1 Msp. Vanille

1 Msp. Kardamom, gemahlen

1 Msp. Piment, gemahlen

1 Msp. Zimt, gemahlen

1 Msp. Nelkenpulver

250 ml heißes Wasser

1 TL Sesam

1 EL Mandelmus

etwas Zitronensaft

etwas Honig

eine Prise Salz

Zubereitung:

– Die Birnen schälen, in dünne Scheiben schneiden.

– Heißes Wasser kochen und die Birnenstücke dazugeben.

– Danach geben Sie die gemahlene Vanille, etwas Sesam und Mandelmus dazu.

– Anschließend werden Piment, gemahlener Zimt und Nelkenpulver hinzugefügt.

– Nun kommen eine Prise Salz und einige Spritzer Zitronensaft in das Kompott.

– Das Kompott kurz aufkochen lassen und dann ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

– Nach Wunsch mit Honig servieren.

Chicken soup for the soul

Zutaten:

1 Junghahn

1 Bund Suppengemüse

4-6 Champignons

1 Zwiebel

1 Handvoll frische Petersilie

2 TL frisch gepressten Ingwer

etwas Zitronensaft

1 Prise Salz

1/2 TL Kurkuma

1/2 TL Angelikawurzel, getrocknet (in einem Teenetz mitkochen und nach dem Kochen entfernen)

2-4 getrocknete Feigen

ca. 2l Wasser

Zubereitung:

– Den Junghahn mit Haut und Knochen in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen, danach das Wasser wegschütten. Den Junghahn kurz zur Seite stellen.

– Heißes Wasser in den ausgewaschenen Topf geben, Kurkuma dazu.

– Danach das klein geschnitte Suppengemüse (Karotten, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzel) und die Champignons dazugeben.

– Zwiebel, Ingwer, Angelikawurzel und einen Teil der Petersilie hineingeben. Der andere Teil der Petersilie kommt zum Schluss frisch über die Suppe.

– Die Suppe nun nach Belieben salzen.

– Den Junghahn und etwas Zitronensaft in den Topf geben und die Feigen im Ganzen mitkochen.

– Die Suppe nun einige Stunden köcheln lassen.

 

Literatur:

Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.

 

Duftender Weihnachtsmarkt

Duftende Kostbarkeiten einkaufen. Gemütlich schmökern. Individuelle Beratung.

Auch in diesem Jahr laden wir wieder zu einem Weihnachtsmarkt ein. Bei hausgemachter Bäckerei, selbstgebrautem Punsch und kulinarischen Köstlichkeiten können Sie liebevoll gestaltete, duftende Geschenke erwerben und in aller Ruhe schmökern.

Im Sortiment der feinfühlen Kräutermanufaktur & Duftpraxis sind:

– 100 % naturreine ätherische Öle

– Hydrolate (ohne Zusätze)

– fette Pflanzenöle zum Kochen, zur Nahrungsergänzung und für die sanfte Hautpflege

– Räucherkräuter und Harze

– Raumbeduftungsgeräte und Räucherzubehör

– nachhaltige Frauenhygieneartikel aus Österreich

– Geschenkgutscheine für Beratungen und Produkte

– Literatur rund um die Welt der Kräuter und Heilpflanzen

NEU! Kräuter und Gewürze von ehrenwort. Genussmomente

Die naturreinen ätherischen Öle, die fetten Pflanzenöle sowie die Tee- und Gewürzkräuter sind biozertifiziert. Die BIO-Hydrolate sind frei von Zusätzen und somit besonders mild.

Gerne stelle ich auch individuelle Geschenkpakete und Gutscheine für Beratungen und Produkte für Sie zusammen.

Duftender Weihnachtsmarkt

Samstag, 16. Dezember 2017 von 15.00 bis 20.00 Uhr

ORT: Neulerchenfelder Straße 40, 1160 Wien

Anmeldungen sind nicht erforderlich. Come as you are.

Workshopreihe East meets West
Kraft tanken und Stärkung finden

Wie finde ich wieder zu Kräften?

Mit Kräutern und der passenden Ernährung Kraft tanken.

Die Workshopreihe East meets West verbindet den Erfahrungsschatz der Traditionellen Chinesischen Medizin mit westlichem Wissen und schafft einen ganzheitlichen Zugang zur Stärkung unserer Gesundheit. Die Workshops bieten viele praktische Tipps für den Alltag.

Der Workshop wird gemeinsam mit TCM-Ernährungsexpertin Sabine Forst von takecareofmyself abgehalten.

THEMEN:

– Wie finde ich wieder zu Kräften? Was stärkt mich?

– Welche Kräuter und ätherischen Öle dienen der Regeneration?

– Welche Nahrungsmittel helfen mir bei Stress und Erschöpfung?

Was wir gemeinsam herstellen:

1x entspannende Duftmischung (2 ml) • 1x kräftigende Duftmischung (2 ml) • 1x Stress-lass-nach-Raum-/Körperspray (30 ml) • 1x entspannendes Körperöl (30 ml) • 1x Relax-Kräuterteemischung (30 g) • 1x vitalisierende Kräuterteemischung (30 g)

Dabei verwenden wir hochwertige, 100% naturreine Produkte in Bioqualität.

Termin

Fr, 13. Oktober 2017, 18.00 Uhr-ca. 20.30 Uhr

Anmeldung, Teilnahmegebühr, Ort

Eine Teilnahmegebühr von 80 Euro, inkl. MwSt. kann vor Ort bezahlt werden.

Im Preis enthalten: Arbeitsmaterialien, Skriptum, Notizheft, Pausensnacks und Getränke

Auf Wunsch können gerne auch weitere Produkte hergestellt werden. Diese werden gesondert verrechnet.

Anmeldungen sind unter praxis@feinfuehlen.at oder unter +43 664 22 70 710 möglich.

 

Hydrolate
Sanfte Unterstützung durch duftende Pflanzenwässer

Hydrolate bieten vielfältige Möglichkeiten zur Stärkung unserer Gesundheit und können als die „sanften Geschwister der ätherischen Öle“ bezeichnet werden. (Zimmermann 2013: 39) Sie wirken auf sehr milde Art und Weise auf Körper, Geist und Seele, sind aber dennoch hochwirksam.

Hydrolate sind besonders vielseitig: Wir können die duftenden Wässer für verschiedenste Anliegen körperlicher und seelischer Natur heranziehen – der zarte Duft von Rosenhydrolat hüllt uns ein und beschenkt uns mit Ausgeglichenheit, die frische Duftnote der Pfefferminze macht munter und verbessert unsere Konzentration, Melissenhydrolat bringt Ruhe, Lavendelhydrolat lässt uns mal wieder „blau“ machen. Der süß-herbe Geschmack von Orangenblütenhydrolat verleiht Desserts eine orientalische Note und so eignen sich viele Wässer auch zum Verfeinern von Speisen und Getränken.

Namensgebung, Definition und Herstellung von Hydrolaten

Hydrolate werden oftmals auch als Pflanzenwässer, Blütenwässer, Aromawässer, Duftwässer oder Aquarome angeboten. Bei genauer Betrachtung unterscheiden sich die Produkte allerdings erheblich in Qualität, Zusammensetzung und Wirkungsweise! Es gibt „keine einheitliche Namensregelung“ und bisher existieren auch „keine Vorschriften für die Herstellung von genuinen Hydrolaten.“ (ebd. 2013: 16) Die Firmen entscheiden selbst ob, womit und in welcher Dosierung konserviert werden soll. Wenn das Produkt als Kosmetikum verkauft werden soll, dann müssen Firmen jedoch „für absolute Keimfreiheit und für eine Mindesthaltbarkeit nach Öffnen garantieren.“ (ebd. 2013: 16)

ECHTE HYDROLATE entstehen immer durch Destillation von Pflanzen! Dabei werden Pflanzen entweder frisch zur Destillation verwendet (z.B. Rose und Melisse) oder zuerst leicht angetrocknet und dann destilliert (z.B. Lavendel oder Pfefferminze). (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 25)

Echte Hydrolate können nicht einfach durch Zusammenfügen von destilliertem Wasser und ätherischem Öl entstehen, sondern durchlaufen IMMER den Prozess der Destillation.

Hydrolate können auch mehrfach destilliert werden. Diesen Vorgang nennt man Cohobation. Ursprünglich wurde diese Methode gewählt, um Wasser einzusparen. Heute weiß man, dass das Hydrolat auf diese Weise noch stärker mit bestimmten Wirkstoffen angereichert ist und außerdem länger haltbar ist als ein einfach destilliertes Pflanzenwasser. (vgl. Zimmermann 2012: 164 sowie ebd. 2013: 25)

Beim Kauf von Hydrolaten sollte man genau hinschauen, denn oftmals beinhalten die angebotenen Produkte Alkohol und Konservierungsmittel oder sind schlicht und einfach Mixturen aus destilliertem Wasser, die mit natürlichen oder künstlichen Duftstoffen versetzt sind. Die wasserlöslichen Anteile der Pflanze fehlen in solchen Produkten. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 13) Alkohol ist meist in einer Dosierung von rund 15 Prozent beigefügt, was für normale Haut in der Regel kein Problem darstellt. Alkohol kann jedoch empfindliche Haut und Schleimhäute reizen. Der Gebrauch von mit Alkohol versetzen Hydrolaten eignet sich somit nicht für jeden gleichermaßen gut. (vgl. Zimmermann 2013: 19 sowie ebd. 2012: 165)

Inhaltsstoffe

Hydrolate enthalten vor allem die wasserlöslichen (hydrophilen) Stoffe der Pflanze, aber zu einem geringen Prozentsatz auch die fettlöslichen (lipophilen) Anteile. Die lipophilen Bestandteile sind hier die ätherischen Öle, die in Pflanzenwässern in geringen Konzentrationen enthalten sind. Hydrolate enthalten also den wasserlöslichen Anteil der Inhaltsstoffe von Pflanzen, während ätherische Öle die fettlöslichen Anteile enthalten. Hydrolate sind außerdem viel milder als ätherische Öle, weil sie kaum potenziell hautreizende Terpene enthalten. Daher ist der Einsatz von Hydrolaten meist auch für empfindliche Haut geeignet. (vgl. Zimmermann 2012: 164)

Der pH-Wert von Hydrolaten liegt meist im sauren Bereich. Das liegt daran, dass während der Destillation bestimmte Ester „aufgeknackt“ werden, die aus zwei verschiedenen Molekülanteilen bestehen: „aus einem Teil Säure und einem Teil Alkohol. Die frei gewordene Säure ist ein Grund, warum der pH-Wert von Hydrolaten recht niedrig sein kann, also im sauren Bereich liegt.“ (ebd. 2013: 27)

Wirkung

„Hydrolate liegen in der Wirkkraft zwischen einem ätherischen Öl und dem entsprechenden Kräutertee […].“ (ebd. 2013: 32) Hydrolate eignen sich meist zur inneren Einnahme und zur äußeren Anwendung. Innerlich eingenommen sind sie konzentrierter als der entsprechende Heilkräutertee. Sie besitzen teilweise eine 4- bis 5-fach stärke Wirkung als ein Tee aus der gleichen Pflanze. Demnach werden Hydrolate auch nur teelöffel- bis esslöffelweise mit Wasser verdünnt eingenommen. (vgl. ebd. 2012: 164 sowie Fischer-Rizzi 2014: 11)

Pflanzenwässer sind tendenziell (bis auf einige wenige Ausnahmen) besonders mild und eignen sich daher auch zur Pflege von sensibler Haut – so kann Rosenhydrolat zarte Babyhaut gleichermaßen pflegen wie dünne empfindliche Haut im Alter.

Qualitätsmerkmale – Woran erkenne ich gute Qualität?

Beim Einkauf von Hydrolaten ist es wichtig auf gute (biologische) Qualität zu achten. Ich bevorzuge Hydrolate ohne Alkoholzusatz oder Konservierungsmittel.

Gute Qualität erkennt man auch am Etikett, auf dem das Produkt entweder als Hydrolat (z.B. Rosenhydrolat) oder als Pflanzenwasser (z.B. Rosenwasser) bezeichnet werden sollte. Außerdem sollten folgende Informationen am Etikett zu finden sein:

  • deutscher Pflanzenname
  • botanische Bezeichnung der verwendeten Pflanze
  • verwendetes Pflanzenmaterial (z.B. Blüten, Blätter, Rinde)
  • Herkunftsland, Anbauweise (z.B. kontrolliert biologischer Anbau)
  • Gewinnungsverfahren (DESTILLATION! | Cohobation)
  • Zusätze und Mischungsverhältnisse, genaue Füllmenge, Chargennummer, diverse Sicherheitshinweise
  • Haltbarkeitsdatum, Abfülldatum

(vgl. Fischer-Rizzi 2014: 13)

Haltbarkeit

Grundsätzlich halten Pflanzenwässer nicht besonders lange. Die Haltbarbarkeit variiert je nach Pflanzenwasser und ohne sorgfältige Handhabung können die duftenden Wässer schon nach einigen Wochen verkeimt sein. In der Regel halten Hydrolate bei richtiger Lagerung meist rund ein Jahr.

Die Haltbarkeit von Hydrolaten wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst – so z.B. durch das bei der Herstellung verwendete Wasser, die hygienischen Herstellungsbedingungen und die Lagerung nach der Destillation. Auch die biochemische Zusammensetzung eines Hydrolates spielt natürlich in Bezug auf die Haltbarkeit eine große Rolle. (vgl. Zimmermann 2012: 165)

Was ist bei der Anwendung von Hydrolaten zu beachten?

Hydrolate sind grundsätzlich sehr sanft, aber dennoch hochwirksam. Alles, was wirkt, kann auch nebenwirken. Daher sollten wir vor der Anwendung von Hydrolaten immer einen Verträglichkeitstest machen. Hierzu sprühen wir das jeweilige Hydrolat auf die Innenseite der Armbeuge (Ellenbeuge). Sollte eine allergische Reaktion auftreten, so geschieht dies innerhalb einiger Sekunden bzw. maximal 30 Minuten später. Wenn es zu Juckreiz oder Hautrötung kommt, dann sollten wir das Hydrolat nicht verwenden und auf ein anderes ausweichen. (vgl. Fischer Rizzi 2014: 38)

Die innere Einnahme empfiehlt sich für besonders sensible Personen NICHT und ist auch für Babys nicht geeignet. Auf entsprechende Verdünnungen und die passende Dosierung ist auch bei der Anwendung von Hydrolaten immer zu achten!

Anwendungsmöglichkeiten von Hydrolaten

Pflanzenwässer können grundsätzlich sowohl innerlich (entsprechend verdünnt) als auch äußerlich zum Einsatz kommen und eignen sich darüber hinaus zur sanften Raumbeduftung sowie zur duftenden Haushaltspflege.

Raumbeduftung

Hydrolate können Räume auf sanfte Weise in Duft einhüllen und entweder mit einigen Sprühstößen im Raum verteilt werden oder auch einfach in die Schale der Duftlampe gefüllt werden. Manche Raumbeduftungsgeräte können ebenso mit Hydrolaten befüllt werden.

Haushalt

Pflanzenwässer lassen sich auch im Haushalt anwenden, zum Beispiel als Spray zur Beduftung von Wäsche, Bettwäsche oder von Vorhängen (etwa Lavendel- oder Rosenhydrolat), als Bügelspray (z.B. Lavendelhydrolat), als Spray gegen Milben (etwa Neembaumwasser) oder zur milden Flächendesinfektion (wie Thymianhydrolat).

Äußere Anwendung

Die äußere Anwendung von Hydrolaten kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Vor der Anwendung empfiehlt es sich einen Verträglichkeitstest zu machen. (s.o.) Hydrolate eignen sich als duftendes Gesichtswasser zur sanften Hautpflege. Ich verwende dafür am liebsten Rosenhydrolat.

Hydrolate können wie eine feine Dusche über/um den Körper herumgesprüht oder direkt auf die betreffenden Hautstellen aufgetragen werden und so als Körperspray/Bodysplash genutzt werden.

Es gibt außerdem noch eine Reihe anderer Anwendungsmöglichkeiten. So können die duftenden Pflanzenwässer auch für Kompressen, Waschungen oder etwa zur Mundhygiene und Haarpflege herangezogen werden und ihre sanfte Wirkung entfalten.

Aromaküche – Verfeinern von Speisen und Getränken

„Die Lust am Essen hängt zum großen Teil vom Duft der Speisen ab. […] Unsere Verdauung wird reflektorisch über die Düfte der Speisen angekurbelt […]. Düfte sorgen so für eine gute Verdauung und tragen zu unserer Gesundheit bei.“ (Fischer-Rizzi 2014: 31)

Hydrolate können sowohl Getränke als auch Speisen verfeinern. Zum Kochen eignen sich vor allem Rosen- und Orangenblütenhydrolat besonders gut. Aber auch Pfefferminzwasser und Lavendelhydrolat eignen sich zum Verfeinern. Die Pflanzenwässer werden nicht mitgekocht, sondern für kalte Speisen/Getränke oder zum Aromatisieren von warmen Speisen verwendet. Auch in Desserts oder in Salatdressings und Dips passen Hydrolate hervorragend.

Literatur

Fischer-Rizzi, Susanne (2008): Himmlische Düfte. Das große Buch der Aromatherapie. Aarau: AT.

Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.

Zimmermann, Eliane (2013): Hydrolate. Pflanzenwässer – die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege. Wien: Aromapflege.com.

 

Workshopreihe East meets West
Frisch durch den Sommer

Mit Kräutern und der passenden Ernährung frisch und leicht durch die warme Jahreszeit.

Im Einklang mit den Jahreszeiten leben.

Die Workshopreihe East meets West verbindet den Erfahrungsschatz der Traditionellen Chinesischen Medizin mit westlichem Wissen und schafft einen ganzheitlichen Zugang zur Stärkung unserer Gesundheit. Die Workshops sind auf die jeweilige Jahreszeit abgestimmt und bieten neben theoretischem Input vor allem praktische Tipps für den Alltag. Nach einer kleinen Einführung in die Wirkweise von Kräutern, ätherischen Ölen und Nahrungsmitteln stehen das Ausprobieren von Nahrungsmitteln und das Zusammenstellen von passenden Kräuter- und Duftmischungen im Fokus. Dabei verwenden wir hochwertige, naturreine Produkte in Bioqualität.

Der Workshop wird gemeinsam mit TCM-Ernährungsexpertin Sabine Forst von takecareofmyself abgehalten.

 

THEMEN:

– erfrischende Kräuter nach der TCM und nach westlichen Gesichtspunkten

– erfrischende ätherische Öle und Pflanzenwässer

– passende Nahrungsmittel für die Sommermonate

– hilfreiche Tipps für den Sommerurlaub

 

Was wir gemeinsam herstellen:

1x erfrischend-belebende Duftmischung aus 100% naturreinen ätherischen Ölen (2 ml) • 1x erfrischender Körperspray (30 ml) • 1x Anti-Mücken-Spray (30 ml) • 1x After-Sun-Öl (30 ml) • 1x Kräutermischung für erfrischenden Eistee (30 g)

 

Termin

So, 25.06.2017, 11.00 Uhr-ca. 14.00 Uhr

Anmeldung, Teilnahmegebühr, Ort

Eine Teilnahmegebühr von 80 Euro, inkl. MwSt. kann vor Ort bezahlt werden. Im Preis enthalten sind Arbeitsmaterialien, die Herstellung von oben genannten Produkten, ein Skriptum, ein Notizheft, Pausensnacks und Getränke. Auf Wunsch können gerne auch weitere Produkte hergestellt werden. Diese werden gesondert verrechnet.

Anmeldungen sind unter praxis@feinfuehlen.at oder unter +43 664 22 70 710 möglich.

 

Terminvorschau Workshopreihe East meets west

Herbst 2017

Derzeit arbeiten wir noch an neuen Workshops. So viel können wir aber schon sagen: Im Herbst dreht sich alles um die Themen Stärkung finden und Kraft tanken. Was können wir tun, um in stressigen Zeiten gut auf uns zu schauen? Wie können wir uns selbst helfen, wenn wir extrem müde und erschöpft sind? Wie können wir uns passend ernähren? Welche duftende Unterstützung gibt es für Körper, Geist und Seele?

 

 

Rosmarin & Pfefferminze
Die Klassiker bei Erschöpfung

Die Übergangszeit ist für viele Menschen eine große Herausforderung. Einerseits macht sich Freude über die warmen Sonnenstrahlen und die immer milder werdenden Temperaturen breit. Andererseits führt die Umstellung von kalt auf warm oftmals zu Frühjahrsmüdigkeit und Erschöpfung. Wir fühlen uns matt und sind nicht so richtig fit. Die Natur bietet vielfältige Möglichkeiten, um wieder Schwung in unser Leben zu bringen.

Ich habe bereits hier über einige Möglichkeiten berichtet und möchte nun auch über Rosmarin und Pfefferminze schreiben, die in Form des ätherischen Öles sehr oft bei Erschöpfung empfohlen werden und als klassische Muntermacher gelten. Diese beiden Öle sind sehr kräftige Helfer und können schnell für Energie sorgen. Bei der Anwendung dieser Öle sind jedoch einige Punkte zu beachten, denn auch natürliche Mittel können bei unsachgemäßer Anwendung unerwünschte Nebenwirkungen haben!

Ätherisches Pfefferminzöl (Mentha piperita)

Die Pfefferminze (Mentha piperita) zählt zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Pfefferminzöl wirkt erfrischend, konzentrationsfördernd und stimulierend. Es hat sich deshalb bei Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten bewährt. Auf der körperlichen Ebene ist es stark schmerzlindernd, vor allem bei Spannungskopfschmerzen, und stark entkrampfend.

Zu beachten: Pfefferminzöl eignet sich keinesfalls für Babys und Kleinkinder (Apnoegefahr). Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten dieses Öl aufgrund des hohen Mentholgehaltes ebenso meiden. Schwangere sollten Pfefferminzöl nur unter fachlicher Aufsicht einsetzen. Bei Epilepsie ist ein vorsichtiger Umgang mit Pfefferminzöl ratsam. In der Homöopathie gilt Pfefferminze grundsätzlich als Antidot, wobei diesbezüglich die Erfahrungsberichte unterschiedlich sind.

Oft höre ich davon, dass dazu geraten wird Pfefferminzöl pur in den Mund zu träufeln oder dass mit dem puren, unverdünnten Öl Massagen vorgenommen werden. Davon rate ich dringend ab!  Das ätherische Öl der Mentha piperita ist leicht schleimhautreizend und kühlt außerdem sehr stark ab – bereits einige Tropfen als Badezusatz können beispielsweise zu starkem Frösteln führen, das für einige Zeit nicht zu stoppen ist. (vgl. Zimmermann 2011: 238 sowie ebd. 2012: 85)

Pfefferminzhydrolat – duftender Frischekick

Pfefferminzhydrolat ist eine Wohltat, um Frische und Belebung herbeizuführen. Es wirkt anregend, belebend, geistig stimulierend und fördert die Konzentration. Es hilft bei Antriebsschwäche und Erschöpfung und sorgt für Klarheit. Auf der körperlichen Ebene eignet sich Pfefferminzhydrolat etwa in Form eines Körpersprays zur Kühlung und Abschwellung von sonnenverbrannter Haut oder nach Insektenstichen. Außerdem eignet sich ein Körperspray auch um gut in den Tag zu starten und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Als Kompresse auf der Stirn kann Pfefferminzwasser bei Kopfschmerzen Linderung verschaffen. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 232ff. sowie Zimmermann 2013: 85)

Zu beachten: Pfefferminzhydrolat eignet sich nicht für Säuglinge und Kleinkinder, da es zu Atemnot führen könnte. Die Einnahme eignet sich auch nicht für Schwangere. Es ist grundsätzlich nicht für die langfristige Einnahme gedacht, denn es „stimuliert die Produktion von Magensäure“ und kann zu Magenschmerzen führen, wenn es zu lange eingenommen wird. (Fischer-Rizzi 2014: 235)

Ätherisches Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) zählt ebenso zur Familie der Lippenblütler und ist als ätherisches Öl in unterschiedlichen Chemotypen erhältlich. Beim sogenannten Chemotyp handelt es sich um eine „biochemische Beschreibung“. Bedingungen wie Herkunftsland, Klima, Boden und Erntezeit beeinflussen die Zusammensetzung eines Öles. Je nach Standort können sich „völlig unterschiedliche biochemische Inhaltsstoffe entwickeln […].“ (Zimmermann 2011: 11) Der Chemotyp bezieht sich also auf die spezifische Zusammensetzung eines ätherischen Öles. Je nach Chemotyp verändern sich auch die therapeutischen Eigenschaften eines Öles und in weiterer Folge gibt es je nach biochemischem Schwerpunkt auch unterschiedliche Wirkungen. Chemotypen werden meist mit „Ct.“ abgekürzt. (vgl. ebd. 2011: 12)

Rosmarinöl gibt es in drei unterschiedlichen Chemotypen, wobei alle drei grundsätzlich stimulierend sind, Wachheit und Konzentration fördern, Klarheit bringen und den Blutdruck steigern. (vgl. ebd. 2011: 165) Rosmarin Ct. Borneon enthät einen hohen Anteil an Borneon (Kampfer) und duftet kampferartig. Dieses Öl wirkt stark auswurffördernd und mukolytisch (schleimlösend). Es ist außerdem aquaretisch (harntreibend) und analgetisch (schmerzstillend). Bewährte Einsatzgebiete sind Bronchitis, Sinusitis, Hypotonie, Neuralgien, Mukelkater sowie körperliche und geistige Erschöpfung. Rosmarin Ct. Cineol enthält einen hohen Anteil an Cineol, wirkt stark schleimlösend und auswurffördernd, weshalb es bei Bronchitis und Erkältungskrankheiten hilfreich sein kann (sofern keine Kontraindikation vorliegt). Es hilft auch in Zeiten großer Erschöpfung. Rosmarin Ct. Verbenon/Bornylacetat ist eine Seltenheit. Im Vergleich zu den anderen beiden Chemotypen ist Rosmarin Ct. Verbenon relativ mild. (vgl. ebd. 2011: 257ff. sowie ebd. 2012: 95)

Zu beachten: Grundsätzlich ist bei allen drei Chemotypen zu beachten, dass diese für Babys und Kleinkinder absolut ungeeignet sind! Schwangere sollten sich vor der Anwendung von Rosmarinöl unbedingt von einer fachkundigen Person beraten lassen und tendenziell auf den milderen Chemotyp Verbenon zurückgreifen. Bei Epilsepsie(-neigung) und bei erhöhtem Blutdruck sollte Rosmarinöl nicht überdosiert oder lang anhaltend verwendet werden. (vgl. ebd. 2012: 95 sowie ebd. 2011: 146ff.)

Rosmarinhydrolat – die Lebensgeister wecken

Rosmarinhydrolat ist ein sehr effektives Mittel, um die Lebensgeister zu wecken. Das Hydrolat wirkt aufrichtend, fördert die Konzentration und stärkt die Nerven. Rosmarinwasser gilt als Muntermacher und entfaltet seine anregende Wirkung, wenn wir besonders erschöpft und müde sind – etwa nach intensiven Arbeitstagen oder nach langwierigen Krankheiten. Wir können unsere Energiedepots aufladen und festgefahrene Situationen wieder in Fluss bringen. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 264)

Wenn unsere Konzentration nachlässt, dann kann dieser frische Duft uns zum Beispiel in Form eines Körpersprays unterstützen. Wir können Rosmarinwasser (sofern keine Kontraindikationen vorliegen) aber auch einnehmen, um unsere Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Empfehlenswert ist hier 1 TL Rosmarinhydrolat mit ¼ Liter Wasser zu vermischen. Als „Kreislauftonikum“ stärkt Rosmarinwasser Herz und Kreislauf und hilft bei niedrigem Blutdruck. Belebende Waschungen mit Rosmarinhydrolat sind eine Wohltat für Menschen mit niedrigem Blutdruck, die in der Früh nur schwer in die Gänge kommen. Auch zur Regneration der Leber kann Rosmarinwasser herangezogen werden und eignet sich vor allem bei starker Frühjahrsmüdikeit und Erschöpfung als Frühjahrskur – z.B. über 3 Wochen hinweg 1-2x täglich 1 TL Rosmarinwasser Ct. Verbenon mit ¼ Liter Wasser vermischen. (vgl. ebd. 2014: 264f. sowie Zimmermann 2013: 92)

Zu beachten: Rosmarinhydrolat darf nicht bei Bluthochdruck und Epilepsie eingenommen werden. Die Einnahme eignet sich auch nicht für Schwangere, Säuglinge oder Kleinkinder.

Duftende Rezepturen

Guten Morgen

Diese Duftkomposition sorgt für einen angenehmen Frischekick am Morgen.

Inhaltsstoffe:

10 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)

10 Tropfen Wacholderbeere (Juniperus communis)

40 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)

15 Tropfen Lemongras (Cymbopogon flexuousus)

10 Tropfen Lorbeer (Laurus nobilis)

10 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)

5 Tropfen Rosmarin Ct. Cineol (Rosmarinus officinalis)

20 Tropfen Latschenkiefer (Pinus mugo)

für einen Raumspray: zusätzlich 100 ml Weingeist oder Wodka

Zubereitung:

– Diese ätherischen Ölen in eine saubere, lichtgeschützte  5ml Flasche füllen.

– Die Mischung eignet sich für die Duftlampe. Hierzu 4-6 Tropfen in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln. Zu beachten: Die Mischung eignet sich nicht zur Beduftung von Kinderzimmern.

– Eine weitere Möglichkeit: 60 Tropfen der Mischung mit 100 ml Weingeist oder Wodka vermischen, in eine Zerstäuberflasche geben und als Raumspray verwenden.

Literatur:

Fischer-Rizzi, Susanne (2014): Das große Buch der Pflanzenwässer. Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten. Aarau und München: AT.

Zimmermann, Eliane (2013): HYDROLATE. Pflanzenwässer – die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege. Pflach: Aromapflege GmbH.

Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.

Zimmermann, Eliane (2011): Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Haug.

Duftende Hilfe bei
Frühjahrsmüdigkeit & Erschöpfung

Die kalten Wintermonate sind vorbei und der Frühling steht vor der Türe. Das Wetter wird milder, die Tage werden länger und die Sonne kommt immer mehr zum Vorschein. Eigentlich haben wir allen Grund zur Freude und dennoch macht sich bei vielen Menschen die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit bemerkbar. Wir kommen nicht so richtig in die Gänge, fühlen uns antriebslos und brauchen zur Umsetzung unserer Vorhaben oft sehr viel mehr Energie als sonst. Auch unsere Stimmung gerät immer wieder ins Wanken und es mangelt an Schwung. Die Konzentration lässt zu Wünschen übrig. Wir sind erschöpft und irgendwie auch lustlos.

Körper, Geist und Seele bei der Umstellung unterstützen

Die Umstellung von kalt auf warm macht vielen von uns zu schaffen und wirkt sich auf Körper, Geist und Seele aus. Wir brauchen vor allem in der Übergangszeit Unterstützung auf allen Ebenen, um die Auswirkungen der Frühjahrsmüdigkeit zu mildern. Mit der Hilfe von ätherischen Ölen und Hydrolaten können wir duftende Unterstützung bekommen: Wir können unsere Stimmung aufhellen, für Schwung und Frische sorgen, Kraft und Stärkung finden, unsere Konzentrationsfähigkeit verbessern und ganz nebenbei auch noch die Raumluft reinigen. Düfte haben einen wesentlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden, denn Duftstoffe gelangen ohne Zensur in das limbische System und nehmen hier „Einfluss auf die Gefühle und über das vegetative Nervensystem auf viele Körperfunktionen, auf das Hormon- und das Immunsystem.“ (Werner 2013 :1) Beim Einatmen gelangen Düfte außerdem „über Schleimhaut und Lunge in den Blutkreislauf.“ (ebd. 2013: 1 sowie Lončar et. al 2015: 189)

Was bei der Auswahl von Düften zu beachten ist

Damit Düfte eine wohlwollende Wirkung entfalten können, sollten wir einige Dinge beachten: Wir sollten nur 100% naturreine ätherische Öle, nach Möglichkeit in BIO-Qualität, verwenden. Außerdem ist immer auf eine entsprechende Verdünnung und eine dem Alter und der Konstitution angepasste Dosierung zu achten. Grundsätzlich ist bei allen ätherischen Ölen ein behutsamer Umgang nötig, da ätherische Öle hochkonzentrierte Vielstoffgemische sind und nicht für jede Person gleichermaßen geeignet sind. Vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und Schwangeren, Menschen mit Epilepsie, Asthma, Allergien, Bluthochdruck, usw. ist besondere Vorsicht geboten! Was bei der Auswahl von naturreinen ätherischen Ölen noch zu beachten ist, gibt es hier nachzulesen.

Hydrolate – die sanfte Unterstützung

Nicht nur ätherische Öle bieten eine wertvolle Unterstützung bei Frühjahrsmüdigkeit, sondern auch Hydrolate können einen hilfreichen Beitrag leisten. Hydrolate sind „mit den wasserlöslichen Bestandteilen der jeweiligen Pflanze versetzt“ und enthalten auch Spuren von ätherischen Ölen. Sie werden durch Destillation gewonnen. Beim Einsatz von destillierten Pflanzenwässern empfiehlt es sich darauf zu achten, dass die duftenden Wässer keine Konservierungsmittel oder Alkohol enthalten. Nur dann wirken die Hydrolate, die auch als die „sanften Geschwister der ätherischen Öle“ bezeichnet werden können besonders mild. (Zimmermann 2013: 39, Hervorhebungen im Original; vgl. auch Zimmermann 2011: 23 sowie Werner 2013: 11)

Je nach Ausgangspflanze wirken Hydrolate hautpflegend, desinfizierend, entzündungshemmend, stärkend, beruhigend, usw. (vgl. Zimmermann 2011: 23f.; vgl. auch Werner 2013: 11) Es gibt verschiedenste Anwendungsarten: So können Hydrolate beispielsweise in Form eines Raum- oder Körpersprays Verwendung finden oder als sanfte Hautpflege zum Tragen kommen. Auch in der Duftlampe oder in der Sauna lassen sich die Pflanzenwässer einsetzen. Einige Hydrolate eignen sich zum Aromatisieren von Speisen und Getränken. Zu beachten gilt trotz der tendenziell sanften Wirkung, dass auch Pflanzenwässer mit Bedacht zum Einsatz kommen sollten und nicht jedes Hydrolat für jede Person gleichermaßen geeignet ist!

Schwungvoll mit ätherischen Ölen und Pflanzenwässern in den Frühling hinein

Um mit Schwung in die Frühlingsmonate zu starten, können verschiedenste ätherische Öle und Hydrolate aus den unterschiedlichsten Pflanzenfamilien helfen. Zu den Klassikern zählen wohl Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis, das in verschiedenen Chemotypen erhältlich ist, die jeweils unterschiedlich stark wirken) und Pfefferminzöl (Mentha piperita). Abgesehen von diesen Klassikern gibt es aber noch einige andere ätherische Öle, die im Vergleich zu Rosmarin und Pfefferminze milder sind und über die ich heute berichten werden. Über die Klassiker werde ich ein anderes Mal schreiben. Nur so viel vorweg: Rosmarin- und Pfefferminzöl haben es ziemlich in sich und sollten mit Bedacht eingesetzt werden! Für Babys und Kinder sind diese Öle schon gar nichts und auch bei Schwangern und Menschen mit Epilepsie ist absolute Vorsicht geboten! Leider werden diese Öle oft unverantwortlich eingesetzt. Immer wieder höre ich davon, dass Menschen dazu geraten wird Pfefferminzöl pur einzunehmen oder einfach mal so als Badezusatz zu verwenden. Davon ist dringend abzuraten!

Ausgewählte ätherische Öle und Hydrolate bei Frühjahrsmüdigkeit

Zitrone (Citrus limonum)

Aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae) ist vor allem das Zitronenöl ein wunderbares Öl, um Frische und Schwung in den Alltag zu bringen. Außerdem wird die Konzentrationsfähigkeit mit Hilfe des Zitronenöles nachweislich verbessert. Auf die Raumluft hat Citrus limonum einen reinigenden Effekt. Wer es etwas fruchtiger mag, der kann auf das herrlich duftende Öl der Zedratzitrone (Citrus medica) zurückgreifen. Zu beachten: Zitrusöle wirken photosensibilisierend bis hin zu photomutagen, d.h. sie machen lichtempfindlich und können in Verbindung mit UV-Licht (Sonnenlicht, Solarium) sogar verbrennungsartige Zustände bis hin zu Pigmentstörungen hervorrufen. Nach der Anwendung auf der Haut gilt es daher unbedingt auf Sonnenbäder und Solariumsbesuche zu verzichten.  Außerdem ist darauf zu achten, dass Zitrusöle auf der Haut nicht überdosiert werden und vor allem in Verbindung mit warmem Wasser nur frische Zitrusöle Verwendung finden, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann. (vgl. Zimmermann 2011: 175)

Wer mer über Zitrusöle in Erfahrung bringen möchte, kann das hier tun.

Rosengeranie (Pelargonium x graveolens/Pelargonium x asperum)

Um Ausgeglichenheit und Balance zu finden eignet sich beispielsweise ätherisches Rosengeranienöl aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Dieses Öl wird aus den Blättern gewonnen, duftet jedoch fein blumig und rosenähnlich. Es wirkt entspannend und ist besonders hilfreich, wenn unser Leben etwas aus den Fugen geraten ist und wir uns immer wieder viel zu müde fühlen und ständig mit Disstress zu kämpfen haben. Der blumige Wohlgeruch lässt stressbedingte Beschwerden und Erschöpfungszustände verduften. Zu beachten: Allgemein ist Rosengeranienöl gut verträglich. Je nach Hauttyp sind jedoch bei perkutaner Anwendung leichte Hautreizungen möglich.

Rosengeranienhydrolat wirkt ebenso ausgleichend und harmonisierend. Wir können dieses duftende Wasser bei sämtlichen Anliegen heranziehen, bei denen es darum geht, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Im Sommer eignet sich dieses blumig-zitronige Duftwasser auch zur Insektenvertreibung und kann zum Beispiel als Körperspray Verwendung finden. Als Körperspray eignet sich die Rosengeranie auch zur Erfrischung bei Hitzewallungen und bei Sonnenbrand. Zur Gesichtspflege von zu Unreinheit und Trockenheit neigender Haut bietet sich dieses Wasser an. Das Hydrolat wirkt adstringierend (zusammenziehend) und entstauend, was beispielsweise bei Schwellungen nützlich sein kann. Einige Sprühstöße aromatisieren Getränke und Süßspeisen. Zu beachten: Allgemein ist Rosengeranienhydrolat gut verträglich. Es sollte jedoch in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 361 sowie Zimmermann 2013: 90)

Weißtanne (Abies alba)

Die Kieferngewächse (Pinaceae) bieten besonders stärkende ätherische Öle. Mit Weißtannenöl holen wir uns den Duft eines Waldspazierganges in unser Zuhause. Die Tanne verkörpert Lebenskraft und Stärke. Der balsamische Geruch der Weißtanne wirkt aufrichtend und belebend auf Körper, Seele und Geist. Ätherisches Weißtannenöl schenkt uns neue Energie, lässt uns wieder durchatmen und löst stressbedingte Erschöpfungszustände. Es hat eine reinigende und klärende Wirkung – auch auf die Raumluft. Nadelbäume haben immer einen Bezug zu unserer Lunge: Wuchsform, Stamm und Seitenäste ähneln dem Aufbau unserer Lunge, der Stamm kann mit der Luftröhre verglichen werden und die verzweigte Krone hat eine Ähnlichkeit mit dem Bronchialbaum in unserem Brustkorb. Auf der körperlichen Ebene hat sich das ätherische Öl auch bei Bronchitis und Arthrose bewährt. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 305f. sowie Zimmermann 2011: 180f.) Zu beachten: Wenn ein Nadelöl auf der Haut überdosiert wird oder ein oxidiertes Öl in der Badewanne Verwendung findet, dann kann es vor allem in Verbindung mit warmem Wasser zu Hautreizungen kommen.

Auch Weißtannenhydrolat wirkt aufrichtend und aufbauend. Dieses Pflanzenwasser ist ein kostbares Nerventonikum – es hilft bei Erschöpfungszuständen, lindert Stresssymptome und stärkt unser emotionales Gleichgewicht. „Seine anregende Wirkung hilft bei Frühjahrsmüdigkeit, allgemeiner Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Weißtannenhydrolat kann helfen, die Lebenskraft zu mobilisieren, um sich mit neuen Kraftquellen zu verbinden.“ (Fischer-Rizzi 2014: 308) Weißtannenwasser wirkt außerdem antiseptisch auf die Raumluft, regt unseren Kreislauf an und löst zähen Schleim. Zu beachten: Bei Menschen mit Bronchialasthma und Keuchhusten sollte das Hydrolat nicht angewendet werden, da es krampfartige Beschwerden unter Umständen verstärken kann. Auch für Säuglinge eignet sich dieses Hydrolat nicht!

Atlaszeder (Cedrua atlantica)

Die Atlaszeder zählt ebenso zur Familie der Pinaceae und das ätherische Öl wird aus dem Holz gewonnen. Ätherisches Atlaszederöl „wirkt stabilisierend und kräftigend, sowohl körperlich als auch im seelischen Bereich.“ (Zimmermann 2012: 113) Dieses Öl ist – im Vergleich zu den anderen Ölen der Kieferngewächse, die nur rund 1,5 Jahre haltbar sind – bis zu 10 Jahre haltbar. Es lässt uns im „Hier und Jetzt“ ankommen und ist ein sehr „wertvoller Begleiter bei jeder Art von Wechsel und Neubeginn“. (vgl. Zimmermann 2012: 113)

Das Öl der Cedrus atlantica eignet sich außerdem durch seine antiallergischen (antihistaminischen) Eigenschaften, um Heuschnupfen vorzubeugen. In Kombination mit anderen antiallergischen Ölen wie zum Beispiel Melisse (Melissa officinalis) eignet es sich zur Einarbeitung in Raum-/Körpersprays. (vgl. ebd. 2012: 113) Mit diesem Öl steht uns außerdem ein stark epithelisierendes Mittel zur Verfügung. In normaler Dosierung gilt Atlaszederöl allgemein als gut verträglich.

Auch das Pflanzenwasser aus der Cedrus atlantica vermittelt Stärke. Auf der seelischen Ebene wirkt es aufbauend, harmonisierend und regenerierend. Vor allem in Zeiten großer Veränderung, in Übergangszeiten, gibt die Atlaszeder Halt und Kraft. Atlaszederhydrolat bietet Unterstützung bei Ängsten, die unsere Beziehungen betreffen – so zum Beispiel bei Verlust- und Trennungsangst. Auch das Hydrolat hat eine antiallergische Wirkung und kann bei Heuschnupfen etwa als Nasenspray, Körperumfeldspray oder auch als Inhalation Linderung verschaffen. Im Bereich der Hautpflege entfaltet es antiseptische, hautberuhigende Wirkung, wird unter anderem bei Akne als Gesichtswasser verwendet und vermag Hautreizungen zu lindern. Dieses Hydrolat eignet sich auch zur Haarpflege: Es fördert den Haarwuchs, „der Haarboden wird entgiftet, die Haarstruktur gestärkt.“ Bei Schuppen, Juckreiz und Haarausfall ist Atlaszederhydrolat ein gutes Haarpflegemittel. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 325) Zu beachten: Atlaszederhydrolat ist nicht geeignet für Schwangere. Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sollten das Hydrolat nicht einnehmen.

Duftende Rezepturen

Streicheleinheit für die Seele

Diese Duftkomposition sorgt für Ausgleich, Harmonisierung und angenehme Entspannung.

Inhaltsstoffe:

30 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)

30 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)

40 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium x graveolens/Pelargonium x asperum)

10 Tropfen Atlaszeder (Cedrus atlantica)

für einen Raumspray: zusätzlich 100 ml Weingeist oder Wodka

Zubereitung:

– Diese ätherischen Ölen in eine saubere, lichtgeschützte  5ml Flasche füllen.

– Die Mischung eignet sich für die Duftlampe. Hierzu 6 Tropfen in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

– Eine weitere Möglichkeit: 60 Tropfen der Mischung mit 100 ml Weingeist oder Wodka vermischen, in eine Zerstäuberflasche geben und als Raumspray verwenden.

– Noch eine Variante: 20 Tropfen der Mischung mit 10 ml Weingeist/Wodka vermengen und in ein Roll-On-Fläschchen geben. Roll-Ons sind sehr praktisch für die duftende Anwendung zwischendurch. Zu beachten: Bei Anwendung auf der Haut die jeweiligen Hautpartien nicht der Sonne aussetzen, da Zitrusöle photosensibilisiernd sind, also lichtempfindlich machen.

Erfrischung für Körper und Geist

Diese Duftkomposition erfrischt Körper und Geist, sorgt für Konzentration und unterstützt bei Frühjahrsmüdigkeit.

Inhaltsstoffe:

50 Tropfen Zitrone (Citrus limonum) oder Zedrat (Citrus medica)

10 Tropfen Weißtanne (Abies alba)

100 ml Weingeist oder Wodka (oder 10 ml Weingeist und 90 ml Weißtannenhydrolat)

Zubereitung:

– Für einen Raumspray die ätherischen Öle mit dem Alkohol vermengen oder in Alkohol lösen, mit Hydrolat aufgießen und in eine saubere, lichtgeschützte Flasche füllen. Kühl lagern.

Literatur:

Fischer-Rizzi, Susanne (2014): Das große Buch der Pflanzenwässer. Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten. Aarau und München: AT.

Lončar, Sanja et. al (2015): Eine Prise Kreativität. Wie Sie aus Gewürzen das Beste herausholen. Ljubljana: Jasno in glasno.

Werner, Monika (2013): Mind-Maps ® Aromatherapie. Stuttgart: Haug.

Zimmermann, Eliane (2013): HYDROLATE. Pflanzenwässer – die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege. Pflach: Aromapflege GmbH.

Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.

Zimmermann, Eliane (2011): Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Haug.

Blütenöle

Blütenöle zählen zu meinen Lieblingsölen. Sie duften zart wie Rosenblüten, betörend wie Jasmin, herb-süßlich wie die Blüten des Bitterorangenbaumes oder nach einem Hauch Exotik wie Frangipani. Sie sind wahre Allround-Talente und bieten Unterstützung auf allen Ebenen. Die Natur ist bereits aus dem Winterschalf erwacht und schon bald wird alles wieder in voller Pracht erblühen und mit der Sonne um die Wette strahlen. Wir können uns die Blütenpracht schon jetzt in unser Zuhause holen.

Blüten verkörpern Fülle, Sinnlichkeit, Ausgleich. Wir blühen auf. Wir entdecken unsere Lebendigkeit, unsere Schönheit. Wir können mit der Hilfe von Blüten den Blick für das Schöne im Leben wiederfinden. Wir können entspannen und erfahren Halt und Trost in schwierigen Zeiten.

Blütenöle lassen sich mit allen möglichen anderen Ölen wunderschön kombinieren und gehen zum Beispiel mit Zitrusölen eine stimmige Verbindung ein. Aber auch mit erdigen Düften wie Vetiver (Vetiveria zizanoides, das aus den Wurzeln eines Süßgrases gewonnen wird) ergibt sich ein duftender Hochgenuss.

Wie werden ätherische Blütenöle eigentlich gewonnen?

Blütenöle sind meist sehr aufwendig in der Gewinnung und daher besonders kostbar. Das spiegelt sich auch im Preis. Wenn man allerdings die Hintergründe kennt, dann wird der hohe Preis relativ schnell verständlich. Um einen Liter Rosenöl zu gewinnen werden rund 5 Tonnen Rosenblüten benötigt, die vor Tagesanbruch geerntet werden müssen. 1 Tropfen Rosenöl enthält rund 30 Rosenblüten. (vgl. Zimmermann 2011: 174f. sowie ebd. 2012: 87f.) Um einen Liter Jasmin-Absolue zu erhalten werden rund 1000 kg, also ca. 8 Millionen Blüten, benötigt. Für einen Liter Neroliöl sind bis zu 1500 kg Orangblüten erforderlich. (vgl. ebd. 2011: 20f.)

Blütenöle können mittels Destillation (auf Wasserbasis oder durch Attar-Destillation), aber auch durch Extraktion gewonnen werden. „Das Grundprinzip der Destillation ist einfach: Wasser wird verdampft und sofort wieder abgekühlt, also kondensiert.“ Dennoch braucht es bei der Herstellung von ätherischen Ölen das nötige Feingefühl und Wissen. Beim Destillationsvorgang müssen „Temperatur, Druck und Zeit […] der jeweiligen Pflanze angepasst werden.“ (ebd. 2011: 18)  Bei der Destillation auf Wasserbasis entstehen immer zwei unterschiedliche Produkte – einerseits ensteht das ätherische Öl und andererseits gewinnt man das Pflanzenwasser. Das kondensierte Wasser, das bei der Destillation übrig bleibt, wird Hydrolat genannt und enthält die wasserlöslichen Stoffe der destillierten Pflanze.

Es gibt verschiedenste Extraktionsverfahren – meistens werden Duftstoffe durch Lösungsmittel-Extraktion gewonnen. Ein relativ modernes Verfahren stellt die Kohlendioxid-Extraktion dar (genau genommen würde man hier von einer „Destraktion“ sprechen). Bei der Extraktion mit Lösungsmitteln wiederum werden Absolues und Resinoide unterschieden. Resinoide sind ätherische Harze, wie z.B. Benzoe oder Myrrhe. Wenn wir uns im Bereich der Blüten bewegen, dann sprechen wir von Absolues. Vor allem den nicht destillierbaren Blüten wie etwa Jasmin, Tuberose oder Mimose entzieht man auf diese Art die Duftstoffe. Blüten und Lösungsmittel wie etwa Hexan oder Äthanol (Trinkalkohol) werden vermengt, leicht erwärmt und die Duftstoffe somit in das Lösungsmittel abgegeben. Durch die anschließende Destillation wird das Lösungsmittel verdampft. „Es entseht zunächst eine lösungsmittelfreie Paste, da auch Farbstoffe und Wachse mit gelöst werden: das Concrète.“ (ebd. 2011: 26, Hervorhebungen im Original) Diese Paste wird dann auf rund 50 Grad erwärmt, auf 5 Grad abgekühlt und filtriert. Der Alkohol wird wiederum verdampft. Bei der Anwendung von Absolues sollten wir unbedingt auf rückstandskontrollierte Qualität achten!

Ein sehr altes Extraktionsverfahren ist die Enfleurage. Dieses Verfahren ist besonders schonend, wird jedoch kaum mehr angewandt, da es besonders aufwendig ist. Bei der Enfleurage werden die Blüten (z.B. Jasminblüten) auf eine mit Fett bestrichene Glasplatte gelegt und ca. 12 Stunden kühl und dunkel gelagert. Diese Prozedur wird an die 40 Mal wiederholt und die Blüten werden täglich erneuert. Das Blütenöl wird dann mittels Alkohol herausgelöst, der danach abgedampft wird. (vgl. ebd. 2011: 27)

Wie lange sind Blütenöle haltbar?

Blütenöle sind bei guter Lagerung (lichtgeschützt und kühl) meist bis zu 5 Jahre haltbar. „Blütenöle gewinnen mit den Jahren an Profil; einen guten Jasminjahrgang kann man zehn Jahre hegen und pflegen.“ (ebd. 2011: 32)

Vorsichtsgebote – Was muss bei der Anwendung von Blütenölen beachtet werden?

Blütenöle sind in der Regel gut verträglich und realtiv mild. Bei einigen Ölen/Absolues, wie beispielsweise bei Jasmin (Jasminum grandiflorum) sollte man jedoch auf eine starke Verdünnung achten – vor allem während der Schwangerschaft. Außerdem ist, wie bereits erwähnt, auf rückstandskontrollierte Qualität zu achten. Hierzu kann man bei den entsprechenden Öleanbietern Informationen einholen.

Grundsätzlich gilt: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Vielstoffgemische und müssen mit Bedacht eingesetzt werden – man denke nur daran, dass 1 Tropfen Rosenöl rund 30 Rosenblüten beinhaltet!

Ätherische Blütenöle im Portrait

Zu den Blütenölen zählen zum Beispiel Rose, Jasmin, Neroli (Orangenblüten), Mimose, Tuberose oder etwa Ylang Ylang. Generell lässt sich sagen, dass Blütenöle entspannend wirken und eine sinnliche Komponente haben. Außerdem sind die meisten Blütenöle (vor allem Rose und Neroli) hautpflegend und lassen sich schön in Hautpflegeprodukte einarbeiten. Bei genauer Betrachtung unterscheiden sich die verschiedenen Öle/Absolues natürlich von ihrem Inhaltsstoffspektrum und es gilt auch hier zu differnzieren und abzuwägen, wann welches Öl zum Einsatz kommen sollte.

Rose (Rosa damascena)

Susanne Fischer-Rizzi hat eine wunderschöne Beschreibung für den Rosenduft: „Er ist Labsal für die Seele, eine duftende Poesie, die das Herz erfreut, eine blumige Musik, die die innersten und zartesten Saiten zum Schwingen bringt.“ (Fischer-Rizzi 2008: 93) Die Rose wurde über sämtliche Zeitepochen hinweg verehrt und findet bis heute große Wertschätzung. Sie gilt als „Königin der Blumen“ – diesen Namen soll ihr der griechische Dichter Sappho (600 v. Chr.) verliehen haben. (ebd. 2008: 93)

„Von den vielen verschiedenen Rosenarten werden zur Destillation nur wenige in großem Stil kultiviert. Rosa damascena, die Damaszenerrose, wird hauptsächlich in Bulgarien […] kultiviert.“ Aber auch in Tunesien und in Marokko hat man begonnen, die Damaszenerrose anzubauen. (ebd. 2008: 93) Destilliertes Rosenöl ist meist farblos bis gelblich, enthält nur rund 3% Phenylethylalkohol. Bei Kälte beginnt Rosenöl gelartig zu werden. (vgl. Zimmermann 2012: 89 sowie Werner/von Braunschweig 2014: 201ff.) Phenylethylalkohol ist für den charakteristischen Duft der Rose verantwortlich und im Rosen-Absolue hingegen mit rund 75% enthalten. Das Rosen-Absolue unterscheidet sich vom Destillat hinsichtlich der Inhaltsstoffe und dementsprechend auch hinsichtlich der Wirkungen. Rosen-Absolue wirkt vor allem stark lokalanästhetisch, narkotisch und bakteriostatisch. (vgl. Zimmermann 2011: 174)

Das Rosen-Destillat kann auf vielfältige Weise zum Einsatz kommen. Es gilt als besonders mild und hautfreundlich und eignet sich zur Pflege für Alt und Jung. Je nach Alter und Konstitution wird es entsprechend gering dosiert und angemessen verdünnt. Es hat epithelisierende Wirkung und kann effektiv genutzt werden – zum Beispiel zur Pflege von trockener Haut. (vgl. Zimmerann 2011: 257) Es kann darüber hinaus etwa Unterstützung bei Entzündungen bieten, da es entzündungshemmende Wirkung hat.

Rosenöl bietet auf der seelischen Ebene eine wunderschöne Begleitung bei Anspannung, Stress, Lustlosigkeit, Traurigkeit und Kummer. Es bietet Trost bei gebrochenem Herzen, harmonisiert und gleicht aus. Rosenöl „vermag Verhärtungen aufzubrechen und das Herz zu öffnen – für sich selbst und für andere.“ (Werner/von Braunschweig 2014: 202) Rosenöl gilt auch als Aphrodisiakum und eignet sich besonders gut für sinnliche Duftmischungen oder Körperöle. Auch als Duft „bei emotionalen Schwankungen während der Schwangerschaft und als hilfreicher Begleiter während der Geburt“ ist die Rose wertvoll. Das Öl ist ein kostbarer Begleiter zu Beginn des Lebens, aber auch wenn sich das Leben dem Ende zuneigt und bietet daher auch in der Sterbebegleitung Unterstützung.

Neroli (Citrus aurantium var. amara flos)

Neroliöl wird aus den Blüten des Bitterorangenbaumes mittels Destillation oder Extraktion gewonnen. Dieses Öl duftet herb-süßlich und kann in allen Situationen, in denen rasch für Beruhigung gesorgt werden soll, wahre Wunder bewirken! Es gilt als Erste-Hilfe-Öl und stabilisiert unsere Psyche bei Schockzuständen, Panikattacken und Angst. Bei geistigen und körperlichen Erschöpfungszuständen kann es unsere Stimmung aufhellen und auch bei  seelischer Erschöpfung ist es äußerst hilfreich. Gefühle wie Heimweh oder Einsamkeit können mit diesem kostbaren Öl transformiert werden. Des Weiteren wirkt sich die beruhigende Wirkung auch auf unseren Schlaf aus und das Blütenöl aus der Bitterorange wird bei Schlafstörungen erfolgreich eingesetzt.

Ätherisches Neroliöl wirkt blutdrucksenkend und ist daher ein sinnvolles Mittel, um Bluthochdruck entgegenzuwirken. Es wird außerdem zur Hautpflege eingesetzt und hat einen glättenden und straffenden Effekt. Die antibakteriellen Eigenschaften des Öles können auch gut zur Behandlung von Bronchitis genützt werden. Die entkrampfenden und stimmungsaufhellenden Eigenschaften helfen bei PMS. In der Geburtsheilkunde wird Neroliöl eingesetzt, um gebärenden Frauen Angst zu nehmen. (vgl. Zimmermann 2011: 200 sowie ebd. 2012: 76 sowie Fischer-Rizzi 2008: 87f.)

Jasmin (Jasminum grandiflorum)

Der Duft von Jasmin hat etwas Betörendes und sehr Sinnliches an sich. „Wie ein süßer Strom dringt er in tiefe Schichten der Seele und öffnet verschlossene Türen zu Gefühlen.“ (Fischer-Rizzi 2008: 58) Jasmin bietet vor allem bei emotionalen Schwierigkeiten, die die Beziehung und Sexualität betreffen Unterstützung. Jasminöl vermag seelische Verkrampfungen zu lösen, schenkt Vertrauen und fördert die Hingabefähigkeit. Wir können loslassen, einfach sein und uns dem Lauf des Lebens vertrauensvoll hingeben. Jasmin wird auch „König der Nacht“ genannt, „regt auf geheimnisvolle Art die Sinnlichkeit an“ und öffnet für die sinnliche Liebe. (ebd. 2008: 58) Die stark entkrampfende und stimmungsaufhellende Wirkung verdankt Jasminöl (bzw. genauer gesagt Jasmin-Absolue) der Mischung an aromatischen Estern. In Geburtssituationen bietet Jasminum grandiflorum eine gute Möglichkeit zur Entspannung. Zu beachten: Während der Schwangerschaft jedoch sollte Jasmin aufgrund der hormonähnlichen und wehenfördernden Wirkung nicht bzw. nur äußerst sparsam zum Einsatz kommen. In der Duftlampe ist Jasmin-Absolue grundsätzlich nur sehr gering zu dosieren, da es sonst zu Kopfschmerzen kommen kann.

Mimose (Acacia dealbata)

Mimose duftet pudrig-zart und eignet sich vor allem für besonders feinfühlige Menschen als duftende Schutzhülle. Die strahlend gelben Blüten schenken Vertrauen und Zuversicht. Der Duft wirkt stimmungsaufhellend und ausgleichend. (vgl. Zimmermann 2012: 72 sowie Werner/von Braunschweig 2014: 169) „Mimose ist wie ein warmer Frühlingsmorgen, sie glättet Sorgen und Ängste und stimmt heiter.“ (Fischer Rizzi 2008: 139) Eine sensationell duftende Kombination ergibt sich, meiner Ansicht nach, aus Mimose und Grapefruit.

Weitere Blütenöle:

Weitere Blütenöle sind beispielsweise Frangipani, Osmanthus, Tuberose oder auch Ylang Ylang.

Frangipani (Plumeria alba) wird vor allem im Bereich der Stimmungsaufhellung sowie zur Steigerung von Lust verwendet.

Osmanthus (Osmanthus fragrans) fördert unsere Kreativität und schenkt uns Inspiration.

Tuberose (Polianthes tuberosa) wirkt stabiliserend und einhüllend und spendet Trost in schwierigen Zeiten.

Ylang Ylang (Cananga odorata) ist in verschiedenen Ölqualitäten erhältlich, die sich je nach Dauer des Destillationsvorgangs unterscheiden und entsprechend unterschiedliche Inhaltsstoffe aufweisen. Die Destillation von Ylang Ylang complet dauert am längsten. Ylang Ylang complet bietet beispielsweise bei chronischen Krankheiten Unterstützung für das Immunsystem und hilft auch bei depressiven Verstimmungen. Cananga odorata eignet sich außerdem für aphrodisierende Duftmischungen. Zu beachten: Ylang Ylang kann den Blutdruck stark senken und sollte daher bei Menschen mit niedrigem Blutdruck nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

(vgl. Zimmermann 2011 sowie ebd. 2012)

Duftende Rezepturen

Räume, die mit Blütenölen beduftet sind strahlen Wärme, Freundlichkeit, Fülle und Sinnlichkeit aus. Sie laden zum Verweilen ein und bieten eine entspannte Atmosphäre.

Rosengarten

Inhaltsstoffe:

2 Tropfen Rose bulgarisch

1 Tropfen Rosengeranie

Zubereitung:

– Diese Mischung in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

– Eine weitere Möglichkeit: Die ätherischen Öle mit etwa 10 ml fettem Öl (zum Beispiel Jojoba und/oder Mandelöl süß) vermengen und als entspannendes Körper- oder Badeöl verwenden.

 

Aphrodite-Körperöl

Inhaltsstoffe:

2 Tropfen Rose bulgarisch

2 Tropfen Neroli

1 Tropfen Muskatellersalbei

50 ml fettes Öl (z.B. Jojoba, Mandelöl süß, Olivenöl)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle mit dem fetten Öl mischen und in eine saubere, lichtgeschützte 50 ml Flasche abfüllen.

Ein perfektes Duo

Inhaltsstoffe:

5 Tropfen Grapefruit

2 Tropfen Mimose 20%

Zubereitung:

– Diese Mischung in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

Anmerkung:

Die Prozentangabe nach den ätherischen Ölen bezieht sich auf den Grad der Verdünnung. Die unverdünnten ätherischen Öle sind oft wirklich kostspielig. Daher werden einige ätherischen Öle auch in verdünnter Form (z.B. mit Alkohol) angeboten und sind entsprechend günstiger.

 

Eine stimmige Verbindung

Inhaltsstoffe:

3 Tropfen Orange süß

2 Tropfen Neroli 10%

1 Tropfen Vetiver 80%

 

Zubereitung:

– Diese Mischung in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

Anmerkung:

Die Prozentangabe nach den ätherischen Ölen bezieht sich auf den Grad der Verdünnung. Unverdünnte ätherische Öle sind oft wirklich kostspielig. Daher werden einige ätherischen Öle auch in verdünnter Form (z.B. mit Alkohol) angeboten und sind entsprechend günstiger.

Literatur:

Fischer-Rizzi, Susanne (2008): Himmlische Düfte. Das große Buch der Aromatherapie. Aarau: AT Verlag.

Werner, Monika/von Braunschweig, Ruth (20144): Praxis Aromatherapie. Grundlagen – Steckbriefe – Indikationen. Stuttgart: Haug.

Zimmermann, Eliane (2011): Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Haug.

Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.

Fastenzeit

Die Fastenzeit wird mit Verzicht assoziiert. Wir sollten auf alles Mögliche verzichten – meist auf die Dinge, die für uns schon selbstverständlich geworden und fixer Bestandteil des Alltags sind. Wir eilen durch die Woche, kommen oft aus verschiedensten Gründen nicht zum Kochen, greifen dann vor lauter Hektik zu etwas Süßem, gönnen uns eine große Portion Schokolade oder ein Glas Wein zur Entspannung. Manchmal werden es dann auch schnell zwei oder drei Gläser. In der Früh kommen wir oft ohne Kaffee kaum in die Gänge und nach dem deftigen Wiener Schnitzel am Abend können wir vor lauter Völlegefühl nicht einschlafen. Wir liegen hellwach in unserem Bett, unsere Gedanken kommen nicht zur Ruhe, wir gehen unsere To-do-Liste für den nächsten Tag durch und ärgern uns über das, was wir heute wieder nicht erledigen konnten. Um uns abzulenken und vielleicht sogar um endlich abschalten zu können, schalten wir den Fernseher ein, zappen durch das TV-Programm, schlafen dann irgendwann endlich ein und wachen am nächsten Morgen erschöpft auf. Am Wochenende sind wir dann oft zu müde, um raus zu gehen und ein bisschen Bewegung an der frischen Luft zu machen. Wir bestellen uns schnell eine Pizza, weil wir keine Lust darauf haben uns auch noch an den Herd zu stellen.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Dann kommt die Fastenzeit und unsere innere Stimme erinnert uns mahnend daran, dass wir zumindest in dieser Zeit wieder mehr auf uns achten sollten. Viele nehmen diese Zeit zum Anlass kurzfristig zu verzichten, freuen sich aber bereits zu Beginn der Fastenzeit insgeheim schon wieder auf das Ende des Verzichts. Danach geht es weiter mit den alten, so lieb gewonnenen Angewohnheiten, die uns zwar auf Dauer gesehen überhaupt nicht gut tun, aber meist vorübergehend Erleichterung bringen. Wer kennt es nicht, das zufriedenstellende Gefühl nach einem Stück Torte oder einem guten Glas Wein? Und täglich grüßt das Murmeltier. Schnell sind die guten Vorsätze wieder vergessen und wir sind wieder im üblichen Alltagstrott mit den altbekannten Gewohnheiten. So ganz wohl fühlen wir uns zwar nicht in unserer Haut, aber was soll es – zumindest haben wir zuvor ein bisschen verzichtet.

Langfristige Veränderungen

Wir könnten die Fastenzeit doch aber auch mal als Anlass nehmen auch langfristig etwas in unserem Leben zu verändern und nicht nur über einen kurzen Zeitraum gewisse „Genussmittel“ und Angewohnheiten wegzulassen. Wir könnten die Fastenzeit als eine Zeit betrachten, in der wir bewusst entscheiden, was wir auf lange Sicht in unserem Leben etablieren möchten – als eine Zeit, in der wir uns ganz offen damit auseinandersetzen, was unser Körper eigentlich braucht und was uns tatsächlich gut tut.

Sich Zeit lassen für Veränderungen

Für mich geht es in der Fastenzeit darum, dass wir neue Blickwinkel bekommen und wieder ein Gefühl für uns selbst entwickeln. Es geht um eine Bewusstmachung von all den Dingen, die bereits gut sind in unserem Leben und darum ein feines Gespür dafür zu entwickeln, was anders werden könnte. Es geht darum Altes loszulassen und von Gewohnheiten dauerhaft Abschied zu nehmen, die unserer Lebensenergie in Wahrheit nicht dienen. Und es geht darum sich Zeit zu geben, damit Veränderung auch wirklich entstehen kann und Geduld mit sich selbst zu haben. Es ist wirklich nicht immer einfach Altbekanntes zu verabschieden und oftmals müssen wir einige Anläufe nehmen bis uns Veränderung wirklich gelingt und wir die Muster dahinter verstehen. Verständnis für sich selbst aufzubringen und Geduld zu haben sind ganz wesentlich, damit wir Neues gestalten können. Es braucht Zeit und wir dürfen uns diese Zeit auch nehmen. Manche Prozesse dauern etwas länger, müssen reifen. Verena Kast hat ein wunderschönes Buch mit dem Titel „Seele braucht Zeit“ geschrieben, das ich wirklich empfehlen kann. Nicht nur unsere Seele braucht Zeit, auch unser Körper benötigt Zeit um zu regenerieren, vor allem nach besonders stressigen Lebensphasen.

Veränderung darf natürlich auch schnell gehen, keine Frage. Und so manches lässt sich auch ganz einfach umsetzen und integrieren. Aber eben nicht alles. Und das ist auch gut so. Es ist wertvoll, einen liebevollen Umgang mit sich selbst zu entwickeln und sich nicht selbst zu verurteilen, wenn es mal nicht so läuft, wie wir es eigentlich geplant hätten.

Anerkennen, was ist

Oft sind wir so sehr in unserem Hamsterrad gefangen und mit unseren Gewohnheiten verwoben, dass wir gar nicht wissen, wie es weitergehen soll und dass wir auch keine Idee haben, wie sich ein gesunder Körper, ein klarer Geist und eine kraftvolle, in sich ruhende Seele eigentlich anfühlen. Wir haben Angst vor dem Neuen, Angst dass wir Vorsätze nicht umsetzen können, Angst nicht anerkannt zu werden. Hier ist es oft sehr hilfreich, wenn wir einfach mal anerkennen, was ist und uns auch eingestehen, dass wir vielleicht Impulse von außen brauchen. Manchmal kommen diese Impulse ganz durch Zufall. Wir gehen hinaus in die Natur und begegnen etwas, das uns zutiefst bewegt und in uns einen Prozess in Gang setzt. Manchmal treffen wir auf Menschen, die uns wirklich berühren und die uns durch ihre Sichtweisen neue Perspektiven ermöglichen. Ein anderes Mal wird uns eine Melodie verändern oder wird uns ein gutes Buch Mut machen und neue Wege aufzeigen. Neue Wege zu gehen kann sehr ungemütlich und herausfordernd sein und auch einige Emotionen hervorrufen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Dennoch lohnt es sich.

Uns auf die Freude konzentrieren

Bei all unseren Vorhaben, unsere Gesundheit zu stärken und unseren Lebensstil zu ändern bleibt so oft die Freude auf der Strecke. Wir konzentrieren uns so sehr auf den Verzicht und darauf, was wir alles nicht mehr sollten und vergessen dabei ganz oft, was gut ist in unserem Leben und was wir alles gewinnen dank der Veränderung.

Wir gewinnen unsere Gesundheit zurück, wir gewinnen Klarheit, Zufriedenheit, Kraft und einen Körper, in dem wir uns zuhause fühlen. Wir gewinnen Lebendigkeit und Lust. Wir gewinnen Inspiration. Wir erleben Verbindung zu uns selbst und gehen in Resonanz mit unserer Umwelt. Wir lassen uns auf das Leben ein – mit all seinen Höhen und Tiefen. Wenn wir uns dafür entscheiden wirklich zu verändern, dann braucht es keinen Verzicht mehr – dann nehmen die Dinge irgendwann von selbst ihren Lauf und wir übernehmen Verantwortung für uns selbst. Unlängst habe ich bei einer Lesung folgenden Satz gehört: „Für sich selbst Verantwortung zu übernehmen ist ein ernst zunehmendes Projekt.“ Es ist ein ernst zunehmendes Projekt, das mit vielen Herausforderungen, aber vor allem mit ganz viel Freude und Fülle verbunden ist!

Unterstützung bei Veränderungsprozessen

Veränderungsprozesse können übrigens auch sehr schön mit der Hilfe von Kräutern und ätherischen Ölen unterstützt werden. Wir können die Freude betonen, in dem wir zum Beispiel mit Zitrusfrüchten arbeiten. Mehr dazu habe ich bereits im Blogbeitrag über ätherische Zitrusöle geschrieben. Wir können unsere Selbstliebe stärken und Traurigkeit überwinden, in dem wir Blütenöle wie zum Beispiel die Rose verwenden. Unsere Durchsetzungskraft können wir mit Nadelölen intensivieren und Lavendelöl (Lavandula angustifolia) etwa kann Klarheit in unsere Gedanken bringen.

Gedankenkarussell

Wenn unsere Gedanken sich immer und immer wieder im Kreis drehen und wir das Gefühl haben, wir treten auf der Stelle, kann die folgende Mischung hilfreich sein, um unseren Geist sozusagen zu entkrampfen und uns gut zu erden.

Inhaltsstoffe:

3 Tropfen Mandarine (Citrus reticulata)

2 Tropfen Majoran (Origanum majorana)

1 Tropfen Vetiver (Vetiveria zizanoides)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

Geborgenheit

Diese Mischung ist hilfreich, wenn wir ein wenig Geborgenheit benötigen und uns mit Duft einhüllen möchten.

Inhaltsstoffe:

3 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)

1 Tropfen Melisse 10:90 (Melissa officinalis)

1 Tropfen Rose bulgarisch 10:90 (Rosa damascena)

1 Tropfen Jasmin (Jasminum grandiflorum)

1 Tropfen Vanille (Vanilla planifolium)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

Literaturempfehlungen:

Hüther, Gerald (2014): Was wir sind und was wir sein könnten. Ein neurobiologischer Mutmacher. Frankfurt am Main: Fischer.

Kast, Verena (2014): Seele braucht Zeit. Freiburg im Breisgau: Kreuz.

Riemann, Fritz (201341): Grundformen der Angst. München: Reinhardt.

Röhr, Heinz-Peter (2015): Die Kunst, sich wertzuschätzen. Angst und Depression überwinden. Selbstsicherheit gewinnen. Ostfildern: Patmos.

Valentinstag

Der Valentinstag bietet eine schöne Gelegenheit, um uns der Liebe in unserem Leben bewusst zu werden. Abseits von Kitsch und Kommerz können wir diesen Tag bewusst dazu nützen, um das Leben und die Liebe zu zelebrieren. Wir können uns wieder einmal Zeit nehmen für die Menschen, die uns am Herzen liegen – Zeit für unsere PartnerInnen, unsere FreundInnen und unsere Familie. Oder wir schaffen mal wieder Raum für uns selbst, genießen eine kurze Auszeit und die Stille.

Duftende Rezeptideen zum Valentinstag

Was auch immer wir an diesem Tag machen möchten, wir können uns und unseren Lieben mit selbst gemachten Geschenken eine Freude bereiten. Wenn wir Lust haben, dann können wir mit sehr einfachen Mitteln duftende Präsente zaubern, die für eine entspannte Atmosphäre sorgen. Ich verwende übrigens für alle Duftmischungen immer 100% naturreine (echte) ätherische Öle, möglichst in Bioqualität oder aus Wildsammlung.  Außerdem lege ich großen Wert darauf, dass alle Tee- und Gewürzkräuter aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Auch bei fetten Ölen und Hydrolaten achte ich auf Bioqualität und darauf dass keine unerwünschten Zusätze enthalten sind.

Rezepte für Turteltäubchen

Diese Rezepte eignen sich besonders für Verliebte und schaffen eine sinnlich-aphrodisische Atmosphäre.

Rosen-Körperöl mit einem Hauch Ylang Ylang

Der Duft der Rose gilt als Duft der reinen und feinen Liebe. Ylang Ylang verleiht der Mischung zusätzlich das gewisse Etwas.

Inhaltsstoffe:

25 ml Jojoba (Simmondsia chinensis)

25 ml Mandelöl süß (Prunus amygdala dulcis)

3 Tropfen Rose (Rosa damascena)

2 Tropfen Ylang Ylang complet (Cananga odorata)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle mit den fetten Ölen mischen und in eine saubere, lichtgeschützte Flasche abfüllen.

Sinnliches Badevergnügen

In ätherischem Rosenöl zu baden ist purer Luxus und der kostbare Duft verwöhnt Körper, Geist und Seele. Damit das Bad auch wirklich wohltuend ist, müssen ätherische Öle immer mit einem Emulgator vermengt (z.B. Sahne, Salz) oder mit einem fetten Öl (z.B. Mandelöl süß) verdünnt werden und dürfen nie pur in die Badewanne geträufelt werden, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann.

Inhaltsstoffe:

2 Tropfen Rose (Rosa damascena)

1/8 l Milch oder Sahne bzw. 1 EL fettes Pflanzenöl nach Wahl

Zubereitung:

– Das ätherische Öl mit 1/8l Milch oder Sahne bzw. mit 1 EL Pflanzenöl vermengen und in das Badewasser geben.

You`ve got the love – Mischung

Diese Mischung eignet sich zur Raumbeduftung und verströmt einen sinnlichen Duft.

Inhaltsstoffe:

2 Tropfen Rose (Rosa damascena)

2 Tropfen Jasmin (Jasminum grandiflorum)

1 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium graveolens)

1 Tropfen Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

Teemischung für Verliebte

Eine leicht anregend-aphrodisierende Teemischung eignet sich perfekt für den Start in einen schönen Abend zu zweit.

Zutaten:

20 g Damianablätter (Turnera diffusa)

10 g Rosenblütenblätter (Rosa damascena)

5 g Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

5 g Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

5 g Liebstöckel (Levisticum officinale)

Zubereitung:

– Die Tee- und Gewürzkräuter mischen und in einem lichtgeschützten Behälter oder Papiersäckchen aufbewahren.

– 1 TL der Teemischung mit heißem Wasser überbrühen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.

Dieses Rezept wurde in Anlehnung an Madejsky, Margret (2012): 178 kreiert.

Rezepte für FreundInnen

Diese Ideen können zum Beispiel gemeinsam mit Freundinnen und Freunden umgesetzt oder auch einfach an diese verschenkt werden und sorgen für eine geborgene, wohlige Atmosphäre.

Geborgenheit – Mischung für gute FreundInnen

Diese Duftmischung vermittelt Geborgenheit und ein Wohlgefühl und sorgt für entspannte Stunden mit guten FreundInnen.

Inhaltsstoffe:

60 Tropfen Orange süß (Citrus sinensis)

20 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium graveolens)

8 Tropfen Jasmin (Jasminum grandiflorum)

5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)

4 Tropfen Rose (Rosa damascena)

3 Tropfen Melisse (Melissa officinalis)

10 Tropfen Vanille-Extrakt (Vanilla planifolia)

Zubereitung:

– Die ätherischen Öle mischen und in eine saubere, lichtgeschützte 5 ml Flasche abfüllen.

– 4-6 Tropfen der Mischung in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln.

Aromatisierte Getränke

Hydrolate (Pflanzenwässer) ohne Zusätze eignen sich wunderbar, um Getränke zu aromatisieren.

Zutaten:

Rosenhydrolat, Lavendelhydrolat oder Orangenblütenhydrolat

Wasser oder Prosecco

Zubereitung:

– Das Trinkglas mit einigen Sprühstößen des ausgewählten Hydrolats befeuchten und danach mit Wasser oder Prosecco auffüllen.

Süßer Fruchtgenuss

Für eine leckere Nachspeise sorgt dieses fruchtige Rezept.

Zutaten:

3 Orangen

2 Äpfel

1 Mango

1 Zitrone

Granatapfelkerne

3 EL Orangenblütenhydrolat

2 EL Agavendicksaft

1 TL gemahlene Vanille

Zubereitung:

– Eine Orange und die Zitrone auspressen.

– Die restlichen Orangen, Äpfel und Mango schälen und in kleine Stückchen schneiden.

– Die Früchte mit Orangen- und Zitronensaft vermengen, mit Agavendicksaft süßen und mit gemahlener Vanille und Orangenblütenhydrolat verfeinern.

– Die Granatapfelkerne dann oben drüber streuen.

Selbst gemachte Schokolade mit gerösteten Mandeln

Wer eine gesunde Alternative zu herkömmlicher Schokolade sucht, der kann diese ganz einfach selbst herstellen und nach Belieben verfeinern.

Zutaten:

100 g Kakaobutter (erhältlich z.B. im Bioladen)

100 g Mandelmus weiß

35 g Kakaopulver

25 g Agavendicksaft oder Honig

1  Msp. gemahlene Vanille

geröstete Mandeln nach Belieben

Zubereitung:

– Die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen.

– Danach die restlichen Zutaten mit der geschmolzenen Kakaobutter vermengen und zu einer geschmeidigen Masse verrühren.

– Wer Mandeln gut verträgt, der kann noch einige Mandeln in die Form geben, in die die Schokoladenmasse dann eingefüllt wird.

– Die Schokoladenmasse in Pralinen-/Schokoladeformen füllen, für einige Minuten in den Tiefkühlschrank stellen.

– Danach ausformen und im Kühlschrank aufbewahren.

Dieses Rezept wurde in Anlehnung an Hildmann, Attila 2012: 186 kreiert.

HAPPY VALENTINESDAY!

Literatur

Hildmann, Attila (2012): Vegan for fit. Vegetarisch und cholesterinfrei zu einem neuen Körpergefühl. Hilden: Becker, Joest, Volk.

Madejsky, Margret (2012): Lexikon der Frauenkräuter. Inhaltsstoffe, Wirkungen, Signaturen und Anwendungen. Baden und München: AT.