Erfrischende Eistee-Variationen

Der Sommer bietet eine Vielzahl an frischen Kräutern, duftenden Pflanzen und köstlichen Früchten. Wir werden mit einer aromatischen Vielfalt beschenkt. Ein Spaziergang durch den Garten oder durch Wald und Wiese lässt uns die verschiedenen Aromen wahrnehmen und mit allen Sinnen genießen. Wir können an Duft verströmenden Rosen schnuppern, das Leuchten des blühenden Lavendels betrachten, Erdbeeren und Himbeeren naschen und unsere Seele baumeln lassen. Die verschiedensten Geschmacksnoten, die diese Jahreszeit zu bieten hat, können in Form von selbst kreierten Getränken Ausdruck finden und für Erfrischung sorgen.

Bittersweet Symphony 

Marillen-Lavendel-Rosmarin-Eistee 

Die Süße von Marillen kann wunderbar mit etwas herber schmeckenden Kräutern wie Lavendel oder Rosmarin kombiniert werden. Alle zusammen ergeben ein stimmiges Ganzes.

Zutaten:

1/2 kg Marillen

2 EL getrocknete Lavendelblüten

1 Zweig frischer Rosmarin (und evtl. noch ein paar Zweige zur Dekoration)

4-5 EL Agavendicksaft oder Honig

 

Zubereitung:

– Die Lavendelblüten in einen Teefilter geben und gemeinsam mit den gewaschenen, halbierten Marillen mit ca. zwei Litern Wasser aufkochen und etwa 5 Minuten köcheln lassen.

– Danach vom Herd stellen, den Filter mit den Lavendelblüten entfernen. Wer möchte kann den Lavendel noch etwas länger im Wasser lassen, dann wird der Geschmack intensiver.

– Einen Zweig frischen Rosmarin in das Wasser geben, Agavendicksaft oder Honig dazu geben und alles auskühlen lassen. Danach den Rosmarinzweig aus dem Wasser nehmen. Alles abseihen und in saubere Glasflaschen (oder andere Behälter) abfüllen.

– Die Marillen können anschließend püriert werden. Rosmarin und Lavendel sollten allerdings vorher entfernt werden, da es geschmacklich sonst zu bitter werden würde. Das Püree passt wunderbar zu Prosecco.

– Der Eistee kann mit ein wenig Püree verfeinert werden. So werden Farbe und Geschmack noch intensiver.

– Kühl genießen und mit etwas frischem Rosmarin servieren.

 

Süßer Fruchtgenuss

Pfirsich-Erdbeer-Rosen-Eistee

Wer es etwas süßer mag, der kann dieses Rezept ausprobieren. Die Kombination aus Pfirsich, Erdbeeren, Vanille und Rose verleiht diesem Getränk eine feine Fruchtigkeit.

Zutaten:

6 Stk. Pfirsiche

6 Stk. Erdbeeren

1/2 TL gemahlene Vanille

ca. 10 getrocknete Rosenblüten

3-4 EL Agavendicksaft oder Honig

einige Sprühstöße Rosenhydrolat (nach Wunsch)

einige frische Rosenblüten (zur Dekoration)

 

Zubereitung:

–  Die Pfirsiche waschen, halbieren und mit ca. zwei Litern Wasser und den getrockneten Rosenblüten aufkochen.

– Danach die Erdbeeren, das gemahlene Vanillepulver und den Agavendicksaft oder Honig dazu geben. Alles vom Herd stellen und auskühlen lassen.

– Alles abseihen und in saubere Glasflaschen füllen. Die Glasflaschen können davor mit etwas Rosenhydrolat besprüht werden, das gibt ein noch rosigeres Aroma.

– Nach Wunsch mit etwas frischen Rosenblüten dekorieren und kühl servieren.

– Die Pfirsiche können püriert werden. Davor sollten die getrockneten Rosenblütenblätter jedoch entfernt werden. Das Püree eignet sich bestens als Zugabe zu Prosecco.

– Der Eistee kann mit etwas Püree verfeinert werden. So werden Farbe und Geschmack noch intensiver.

 

Köstliche Frische

Lemongras-Limetten-Eistee

Dieser Eistee schmeckt köstlich, sorgt für ein angenehm frisches Gefühl und ist schnell zubereitet.

Zutaten:

4 gehäufte EL getrocknetes Lemongras

1 TL getrocknete Pfefferminze

2 Limetten

1 Zitrone

3-4 EL Agavendicksaft oder Honig

 

Zubereitung:

– Lemongras und Pfefferminze mit ca. zwei Litern Wasser aufkochen und danach vom Herd stellen.

– Agavendicksaft oder Honig dazu geben und die geriebene Schale von einer halben Bio-Zitrone in das Lemongras-Minz-Wasser geben. Alles gut verrühren und auskühlen lassen.

– Danach alles abseihen und mit Limetten- und Zitronensaft vermengen.

– In saubere Glasflaschen abfüllen.

– Kühl mit etwas frischer Pfefferminze und einer Scheibe Zitrone oder Limette servieren.

 

Sonnige Heiterkeit

Orangen-Eistee 

Dieses Getränk vermittelt sonnige Heiterkeit und verbindet die Süße der Orangen mit dem Geschmack der Orangenblüten.

Zutaten:

3 Orangen

Saft einer halben Zitrone

2-3 EL Agavendicksaft oder Honig

2 TL Orangenblütenhydrolat

 

Zubereitung:

– Die Orangen pressen, mit dem Saft einer halben Zitrone und dem Agavendicksaft vermengen.

– 2 TL Orangenblütenhydrolat in einen Krug/eine Glasflasche geben, mit einem Liter Wasser aufgießen und den Orangen-Zitronen-Saft dazu geben.

– Am besten noch ein wenig kühlen und dann mit Orangenscheiben und frischen Kräutern nach Wahl (z.B. Zitronenmelisse oder Thymian) servieren.

Literaturempfehlungen

Der Geschmacksthesaurus ermutigt dazu, unterschiedliche – auf den ersten Blick ungewöhnliche -Geschmacksnoten miteinander zu kombinieren und ist eine wunderbare Quelle der Inspiration.

Segnit, Niki (2015): Der Geschmacksthesaurus. Ideen, Rezepte und Kombinationen für die kreative Küche. Berlin: Bloomsbury.

Naturreine (echte) ätherische Öle

Naturreine (echte) ätherische Öle sind kostbare duftende Vielstoffgemische, die auf unterschiedliche Art gewonnen werden können. Die Herstellung benötigt große Mengen an Pflanzenmaterial. Um einen Liter ätherisches Rosenöl zu gewinnen werden einige Tonnen Rosenblüten benötigt. Ein einziger Tropfen dieses wertvollen Öles enthält rund 30 Rosenblüten. (vgl. Fischer-Rizzi 2008: 15)

Für die Pflanzen selbst erfüllen ätherische Öle vielfältige Funktionen: Sie bieten den Pflanzen Schutz vor Krankheiten, ermöglichen die Kommunikation der Pflanzen untereinander, warnen einander „durch ausströmende Duftstoffe“ vor Fraßfeinden und können als „Lockmittel für bestäubende Insekten“ dienen. Ätherische Öle erfüllen nicht nur unterschiedliche Funktionen für die Pflanzen selbst, sondern dienen auch uns in vielerlei Hinsicht. (Zimmermann 2013: 15)

 

Wie ätherische Öle wirken

Ätherische Öle wirken durch die Vielzahl an unterschiedlichen Inhaltsstoffen auf vielfältige Weise und können über die Nase, die Haut, die Schleimhaut sowie über den Mund aufgenommen werden – je nachdem gibt es verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten. (vgl. Wabner/Beier 2012: 4ff.)

Auf der körperlichen Ebene sind ätherische Öle beispielsweise gegen Viren, Bakterien und Pilze wirksam. Außerdem können sie auch entzündungshemmend, entkrampfend, schmerzlindernd, entstauend, verdauungsfördernd und wundheilend wirken. Auf der geistigen Ebene fördern ätherische Öle unter anderem die Konzentration und sorgen für Erfrischung. Auf der seelischen Ebene bringen die duftenden Öle Entspannung, unterstützen die Regeneration, hellen unsere Stimmung auf und reduzieren Stress. Auch bei Ängsten können ätherische Öle eine duftende Hilfe sein. (vgl. Zimmermann 2011: 70ff.)

Ätherische Öle gelangen durch die Nase in unser Gehirn, genauer gesagt in das limbische System, und beeinflussen so unsere Gefühle. Sie erreichen auch unser vegetatives Nervensystem und haben somit eine Wirkung auf viele Körperfunktionen, auf das Hormon- und Immunsystem. Düfte können auf unsere Atmung, unseren Herzschlag und auf viele andere Körperfunktionen Einfluss nehmen. (vgl. Werner 2013: 1, Keller 2006: 28 sowie Fischer-Rizzi 2008: 22)

 

Woran Sie gute Qualität erkennen

Beim Einkauf ätherischer Öle ist es wichtig auf gute (biologische) Qualität zu achten und nur 100% naturreine (echte) ätherische Öle zu verwenden. Gut geschulte Nasen können anhand des Duftes die Qualität eines Öles einschätzen. Gute Qualität erkennt man neben Duft und Farbe vor allem am Etikett des Ätherisch-Öl-Fläschchens, das folgende Informationen beinhalten sollte: den Verweis auf ein 100% naturreines ätherisches Öl, die botanische Bezeichnung der verwendeten Pflanze, den deutschen Pflanzennamen, ggf. den Chemotypen (v.a. relevant bei Ölen wie Thymian und Rosmarin, die je nach Chemotyp einen unterschiedlichen biochemischen Schwerpunkt und somit auch unterschiedliche Wirkungen haben), das Herkunftsland, die Anbauweise (z.B. kontrolliert biologischer Anbau), den verwendeten Pflanzenteil, das Gewinnungsverfahren (hierbei ist ggf. auf rückstandskontrollierte Ware zu achten), Zusätze und Mischungsverhältnisse, genaue Füllmenge, Chargennummer, diverse Sicherheitshinweise. (vgl. Werner 2013: 4 sowie Zimmermann 2011: 86)

Von Bezeichnungen wie „naturident“ sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Naturidente Öle bestehen zwar aus Stoffen, die natürlich vorkommen, die allerdings „im Labor zusammengebaut wurden.“ (Werner 2013: 3) Synthetische Öle werden zur Gänze im Labor konstruiert und bestehen aus Molekülen, die es oftmals in der Natur gar nicht erst gibt. (vgl. ebd. 2013: 3)

 

Was bei der Anwendung von ätherischen Ölen zu beachten ist

Die Anwendung ätherischer Öle sollte auf jede Person individuell abgestimmt werden, denn ätherische Öle können bei unsachgemäßem Gebrauch unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Vor allem bei Babys, Kleinkindern, während der Schwangerschaft, bei Epilepsie, Asthma, Allergien und Bluthochdruck ist absolute Vorsicht geboten!

Tropfen Sie ätherische Öle niemals in die Augen, in die Ohren oder in die Nase. Schlucken Sie ätherische Öle nicht pur – es kann zu starken Verletzungen oder Verätzungen der Schleimhaut sowie zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen. 

Wenden Sie ätherische Öle nicht pur auf der Haut an – nur einige wenige Öle können punktuell pur aufgetragen werden. Verdünnen Sie ätherische Öle vor der Anwendung auf der Haut mit fetten Pflanzenölen. Je nach Alter, Anliegen, körperlicher und seelischer Konstitution werden ätherische Öle unterschiedlich dosiert. Bei gesunden Erwachsenen eignen sich grundsätzlich folgende Dosierungen: 2 Tropfen ätherisches Öl auf 10ml fettes Öl (für Ganzkörperanwendungen und bei Anliegen auf der seelischen Ebene) oder 4 Tropfen ätherisches Öl auf 10ml fettes Öl (für Teilkörperanwendungen und bei Anliegen auf der körperlichen Ebene). Geringere Dosierungen wirken vor allem auf unsere Seele, höhere Dosierungen wirken vor allem auf unseren Körper.

Falls Sie ein Bad mit ätherischen Ölen nehmen wollen, verwenden Sie ausschließlich milde Öle, da Wärme und Feuchtigkeit die Haut noch aufnahmefähiger machen. Vermengen Sie die ätherischen Öle unbedingt mit einem Emulgator oder verdünnen Sie die ätherischen Öle mit fetten Ölen. Für ein Vollbad vermengen Sie ca. 6 Tropfen ätherisches Öl mit 1/8l Sahne, Salz oder Flüssigseife (Emulgatoren) oder verdünnen Sie das ätherische Öl mit 1 EL Oliven- oder Mandelöl (oder einem anderen fetten Öl Ihrer Wahl). Diese Dosierung eignet sich für Erwachsene. 

 

Verantwortungsvoller Umgang mit ätherischen Ölen

Da ätherische Öle hochkonzentrierte Vielstoffgemische sind, wird nicht jedes Öl von jedem gleichermaßen vertragen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen duftenden Gemischen ist daher von besonderer Bedeutung. Das Fundament für einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit ätherischen Ölen entsteht durch eine solide Ausbildung, die über 200 Unterrichtseinheiten und an die 100 Stunden Praxiserfahrung umfasst. Nach Abschluss einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung wird auch weiterhin eigenständig Wissen erworben, Fortbildungen ermöglichen Vertiefung und Spezialisierung. Nur wenn ätherische Öle verantwortungsvoll eingesetzt werden, können sie ihre positiven Eigenschaften voll entfalten. Dann wirken sie wohlwollend auf Körper, Geist und Seele. 

 

Literatur

Fischer-Rizzi, Susanne (2008): Himmlische Düfte. Das große Buch der Aromatherapie. Aarau: AT.

Keller, Erich (2006): Aroma-Therapie. Berlin: Ullstein.

Wabner, Dietrich/Beier, Christiane (Hrsg.) (2012): Aromatherapie. Grundlagen – Wirkprinzipien – Praxis. München: Urban & Fischer.

Werner, Monika (2013): Mind-Maps Aromatherapie. Stuttgart: Haug.

Werner, Monika/von Braunschweig, Ruth (2009): Praxis Aromatherapie. Grundlagen – Steckbriefe – Indikationen. Stuttgart: Haug.

Zimmermann, Eliane (2013): Aromatherapie für Sie. Duftpflaster und Seelentröster: Die besten Öle zum Entspannen, Anregen und Heilen. Stuttgart: TRIAS.

Zimmermann, Eliane (2011): Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Haug.

Die Düfte unseres Lebens

Düfte spielen eine ganz wesentliche Rolle in unserem Leben.
Bereits die zahlreichen Redewendungen, die für Düfte und unseren Geruchssinn in unserem Sprachgebrauch verankert sind, weisen auf den Stellenwert von Düften hin. So geht man etwa der Nase nach, oder riecht gewisse Dinge bereits 10 km gegen den Wind. Manchen Menschen muss man alles aus der Nase ziehen. Wieder andere stecken ihre Nase gerne in die Angelegenheiten anderer. Oft haben wir auch die Nase gestrichen voll. Manchmal sind wir uns auch einig, dass wir etwas nicht riechen konnten. Aus diesen Sprichwörtern wird ersichtlich, dass Düfte oft verbunden werden mit einem feinen Gespür und mit unseren Instinkten. (vgl. Zimmermann 2011: 63)

Unser Leben beginnt mit Duft

Unser Leben könnte ohne Duftmoleküle gar nicht erst beginnen. Untersuchungen haben ergeben, dass „jede reife weibliche Keimzelle einen maiglöckchenartigen Duft (Bourgeonal) aussendet. Diesen Duft erkennen die männlichen Samenzellen ähnlich wie die Riechzellen in unserer Nase und finden so den Weg zum Ziel.“ (Zimmermann 2012: 12) Ein Embyro ist bereits zwischen dem 42. und 52. Lebenstag in der Lage zu riechen. Was der Embyro im Laufe der Schwangerschaft im Fruchtwasser zu riechen bekommt, wird seine späteren Duftvorlieben beeinflussen, denn winzige Duftpartikel können bereits ins Fruchtwasser gelangen. (vgl. ebd. 2012: 12) Düfte begleiten und bestimmen unser Leben also von Beginn an.

Wie beeinflussen Düfte eigentlich unsere Gefühle?

Düfte beeinflussen unsere Gefühle, denn Duftinformationen gelangen ohne Zensur in das limbische System. Das limbische System wird auch „Gefühlshirn“ genannt. Unsere Emotionen sind hier verankert. Neben Harmoniegefühl, Sympathie oder Antipathie sowie allgemeinem Wohlbefinden werden hier auch die autonomen Lebensprozesse gesteuert, also „Fortpflanzung, Verdauung, Ausscheidung, Herzfunktion, Blutdruck, Atmung, Stoffwechsel, Immunabwehr, Müdigkeit und Wachen, Appetit usw.“ Auch das Hormonsystem wird beeinflusst. (Keller 2006: 26f.) „Unwiderstehlich wie die Musik, kann Duft eine Reihe von Emotionen hervorrufen und unsere Lebensqualität verbessern.“ (Bremness 2002: 6)

Literatur

Bremness, Lesley (2002): Duft & Sinnlichkeit. Kräuter. Aromen. Öle. Haus & Garten. Schönheit & Entspannung. Essen & Trinken. München: BLV.
Keller, Erich (2006): Aroma-Therapie. Berlin: Ullstein.
Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.
Zimmermann, Eliane (2011): Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Haug.