Rosmarin & Pfefferminze
Die Klassiker bei Erschöpfung

Die Übergangszeit ist für viele Menschen eine große Herausforderung. Einerseits macht sich Freude über die warmen Sonnenstrahlen und die immer milder werdenden Temperaturen breit. Andererseits führt die Umstellung von kalt auf warm oftmals zu Frühjahrsmüdigkeit und Erschöpfung. Wir fühlen uns matt und sind nicht so richtig fit. Die Natur bietet vielfältige Möglichkeiten, um wieder Schwung in unser Leben zu bringen.

Ich habe bereits hier über einige Möglichkeiten berichtet und möchte nun auch über Rosmarin und Pfefferminze schreiben, die in Form des ätherischen Öles sehr oft bei Erschöpfung empfohlen werden und als klassische Muntermacher gelten. Diese beiden Öle sind sehr kräftige Helfer und können schnell für Energie sorgen. Bei der Anwendung dieser Öle sind jedoch einige Punkte zu beachten, denn auch natürliche Mittel können bei unsachgemäßer Anwendung unerwünschte Nebenwirkungen haben!

Ätherisches Pfefferminzöl (Mentha piperita)

Die Pfefferminze (Mentha piperita) zählt zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Pfefferminzöl wirkt erfrischend, konzentrationsfördernd und stimulierend. Es hat sich deshalb bei Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten bewährt. Auf der körperlichen Ebene ist es stark schmerzlindernd, vor allem bei Spannungskopfschmerzen, und stark entkrampfend.

Zu beachten: Pfefferminzöl eignet sich keinesfalls für Babys und Kleinkinder (Apnoegefahr). Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten dieses Öl aufgrund des hohen Mentholgehaltes ebenso meiden. Schwangere sollten Pfefferminzöl nur unter fachlicher Aufsicht einsetzen. Bei Epilepsie ist ein vorsichtiger Umgang mit Pfefferminzöl ratsam. In der Homöopathie gilt Pfefferminze grundsätzlich als Antidot, wobei diesbezüglich die Erfahrungsberichte unterschiedlich sind.

Oft höre ich davon, dass dazu geraten wird Pfefferminzöl pur in den Mund zu träufeln oder dass mit dem puren, unverdünnten Öl Massagen vorgenommen werden. Davon rate ich dringend ab!  Das ätherische Öl der Mentha piperita ist leicht schleimhautreizend und kühlt außerdem sehr stark ab – bereits einige Tropfen als Badezusatz können beispielsweise zu starkem Frösteln führen, das für einige Zeit nicht zu stoppen ist. (vgl. Zimmermann 2011: 238 sowie ebd. 2012: 85)

Pfefferminzhydrolat – duftender Frischekick

Pfefferminzhydrolat ist eine Wohltat, um Frische und Belebung herbeizuführen. Es wirkt anregend, belebend, geistig stimulierend und fördert die Konzentration. Es hilft bei Antriebsschwäche und Erschöpfung und sorgt für Klarheit. Auf der körperlichen Ebene eignet sich Pfefferminzhydrolat etwa in Form eines Körpersprays zur Kühlung und Abschwellung von sonnenverbrannter Haut oder nach Insektenstichen. Außerdem eignet sich ein Körperspray auch um gut in den Tag zu starten und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Als Kompresse auf der Stirn kann Pfefferminzwasser bei Kopfschmerzen Linderung verschaffen. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 232ff. sowie Zimmermann 2013: 85)

Zu beachten: Pfefferminzhydrolat eignet sich nicht für Säuglinge und Kleinkinder, da es zu Atemnot führen könnte. Die Einnahme eignet sich auch nicht für Schwangere. Es ist grundsätzlich nicht für die langfristige Einnahme gedacht, denn es „stimuliert die Produktion von Magensäure“ und kann zu Magenschmerzen führen, wenn es zu lange eingenommen wird. (Fischer-Rizzi 2014: 235)

Ätherisches Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) zählt ebenso zur Familie der Lippenblütler und ist als ätherisches Öl in unterschiedlichen Chemotypen erhältlich. Beim sogenannten Chemotyp handelt es sich um eine „biochemische Beschreibung“. Bedingungen wie Herkunftsland, Klima, Boden und Erntezeit beeinflussen die Zusammensetzung eines Öles. Je nach Standort können sich „völlig unterschiedliche biochemische Inhaltsstoffe entwickeln […].“ (Zimmermann 2011: 11) Der Chemotyp bezieht sich also auf die spezifische Zusammensetzung eines ätherischen Öles. Je nach Chemotyp verändern sich auch die therapeutischen Eigenschaften eines Öles und in weiterer Folge gibt es je nach biochemischem Schwerpunkt auch unterschiedliche Wirkungen. Chemotypen werden meist mit „Ct.“ abgekürzt. (vgl. ebd. 2011: 12)

Rosmarinöl gibt es in drei unterschiedlichen Chemotypen, wobei alle drei grundsätzlich stimulierend sind, Wachheit und Konzentration fördern, Klarheit bringen und den Blutdruck steigern. (vgl. ebd. 2011: 165) Rosmarin Ct. Borneon enthät einen hohen Anteil an Borneon (Kampfer) und duftet kampferartig. Dieses Öl wirkt stark auswurffördernd und mukolytisch (schleimlösend). Es ist außerdem aquaretisch (harntreibend) und analgetisch (schmerzstillend). Bewährte Einsatzgebiete sind Bronchitis, Sinusitis, Hypotonie, Neuralgien, Mukelkater sowie körperliche und geistige Erschöpfung. Rosmarin Ct. Cineol enthält einen hohen Anteil an Cineol, wirkt stark schleimlösend und auswurffördernd, weshalb es bei Bronchitis und Erkältungskrankheiten hilfreich sein kann (sofern keine Kontraindikation vorliegt). Es hilft auch in Zeiten großer Erschöpfung. Rosmarin Ct. Verbenon/Bornylacetat ist eine Seltenheit. Im Vergleich zu den anderen beiden Chemotypen ist Rosmarin Ct. Verbenon relativ mild. (vgl. ebd. 2011: 257ff. sowie ebd. 2012: 95)

Zu beachten: Grundsätzlich ist bei allen drei Chemotypen zu beachten, dass diese für Babys und Kleinkinder absolut ungeeignet sind! Schwangere sollten sich vor der Anwendung von Rosmarinöl unbedingt von einer fachkundigen Person beraten lassen und tendenziell auf den milderen Chemotyp Verbenon zurückgreifen. Bei Epilsepsie(-neigung) und bei erhöhtem Blutdruck sollte Rosmarinöl nicht überdosiert oder lang anhaltend verwendet werden. (vgl. ebd. 2012: 95 sowie ebd. 2011: 146ff.)

Rosmarinhydrolat – die Lebensgeister wecken

Rosmarinhydrolat ist ein sehr effektives Mittel, um die Lebensgeister zu wecken. Das Hydrolat wirkt aufrichtend, fördert die Konzentration und stärkt die Nerven. Rosmarinwasser gilt als Muntermacher und entfaltet seine anregende Wirkung, wenn wir besonders erschöpft und müde sind – etwa nach intensiven Arbeitstagen oder nach langwierigen Krankheiten. Wir können unsere Energiedepots aufladen und festgefahrene Situationen wieder in Fluss bringen. (vgl. Fischer-Rizzi 2014: 264)

Wenn unsere Konzentration nachlässt, dann kann dieser frische Duft uns zum Beispiel in Form eines Körpersprays unterstützen. Wir können Rosmarinwasser (sofern keine Kontraindikationen vorliegen) aber auch einnehmen, um unsere Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Empfehlenswert ist hier 1 TL Rosmarinhydrolat mit ¼ Liter Wasser zu vermischen. Als „Kreislauftonikum“ stärkt Rosmarinwasser Herz und Kreislauf und hilft bei niedrigem Blutdruck. Belebende Waschungen mit Rosmarinhydrolat sind eine Wohltat für Menschen mit niedrigem Blutdruck, die in der Früh nur schwer in die Gänge kommen. Auch zur Regneration der Leber kann Rosmarinwasser herangezogen werden und eignet sich vor allem bei starker Frühjahrsmüdikeit und Erschöpfung als Frühjahrskur – z.B. über 3 Wochen hinweg 1-2x täglich 1 TL Rosmarinwasser Ct. Verbenon mit ¼ Liter Wasser vermischen. (vgl. ebd. 2014: 264f. sowie Zimmermann 2013: 92)

Zu beachten: Rosmarinhydrolat darf nicht bei Bluthochdruck und Epilepsie eingenommen werden. Die Einnahme eignet sich auch nicht für Schwangere, Säuglinge oder Kleinkinder.

Duftende Rezepturen

Guten Morgen

Diese Duftkomposition sorgt für einen angenehmen Frischekick am Morgen.

Inhaltsstoffe:

10 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)

10 Tropfen Wacholderbeere (Juniperus communis)

40 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)

15 Tropfen Lemongras (Cymbopogon flexuousus)

10 Tropfen Lorbeer (Laurus nobilis)

10 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)

5 Tropfen Rosmarin Ct. Cineol (Rosmarinus officinalis)

20 Tropfen Latschenkiefer (Pinus mugo)

für einen Raumspray: zusätzlich 100 ml Weingeist oder Wodka

Zubereitung:

– Diese ätherischen Ölen in eine saubere, lichtgeschützte  5ml Flasche füllen.

– Die Mischung eignet sich für die Duftlampe. Hierzu 4-6 Tropfen in die mit Wasser befüllte Schale der Duftlampe träufeln. Zu beachten: Die Mischung eignet sich nicht zur Beduftung von Kinderzimmern.

– Eine weitere Möglichkeit: 60 Tropfen der Mischung mit 100 ml Weingeist oder Wodka vermischen, in eine Zerstäuberflasche geben und als Raumspray verwenden.

Literatur:

Fischer-Rizzi, Susanne (2014): Das große Buch der Pflanzenwässer. Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten. Aarau und München: AT.

Zimmermann, Eliane (2013): HYDROLATE. Pflanzenwässer – die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege. Pflach: Aromapflege GmbH.

Zimmermann, Eliane (2012): Aromatherapie. Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle. München: Irisiana.

Zimmermann, Eliane (2011): Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe. Kursbuch für Ausbildung und Praxis. Stuttgart: Haug.