Aphrodisiaka

Menschen haben Pflanzen immer schon zu unterschiedlichsten Zwecken genutzt, unter anderem als Aphrodisiaka. Um diese aphrodisischen Schätze der Natur wird es in diesem Beitrag gehen. Wir werden erkunden, was Aphrodisiaka eigentlich sind, wie sie verwendet werden und wie sie wirken. „Aphrodisiaka sind die Mittel der Aphrodite, die Hilfsmittel, mit denen der göttliche Genuß der Liebe erfahren wird.“ (Rätsch 2008: 116, [sic!)] Überall dort, wo Aphrodite mit ihren Füßen den Boden berührt hat, erblühten wunderschöne Blumen und Bäume.

„Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Schönheit, von den Römern Venus genannt, war die schönste aller Göttinnen.“ (Bolen 2004: 327) In ihrem goldenen Gürtel barg die schöne Göttin alle Zauber der Liebe. Es gibt unterschiedliche Versionen zur mythologischen Geburt und Herkunft von Aphrodite. Viele Götter wetteiferten darum, um die Hand der Aphrodite anzuhalten und waren von ihrer Schönheit geblendet. Im Gegensatz zu anderen Göttinnen konnte Aphrodite ihren Göttergatten frei wählen und hat sich für Hephaistos, „den lahmen Gott der Handwerker und Schmiedegott“ entschieden. „Ihre Ehe mag die Verbindung von Schönheit und Handwerk bedeuten, aus der die Kunst entstand.“ (ebd. 2004: 328)

Die Qualität der Aphrodite ist es, sich selbst in die Welt einzufühlen, sich Zeit zu geben und sinnlich wahrzunehmen. „Der Aphrodite-Archetyp steuert die Freude, die Frauen an Liebe und Schönheit, an Sexualität und Sinnlichkeit empfinden.“ (ebd. 2004: 333) Aphrodite steht auch ganz stark für Kreativität: „Kreatives Arbeiten entsteht aus einer intensiven und leidenschaftlichen Verbundenheit – es ist beinahe wie eine Liebesgeschichte, bei der ein Mensch (die künstlerisch tätige Person) auf den »anderen« einwirkt, um etwas Neues zu kreieren.“ (ebd. 2004: 337)

Es ist nicht mehr rekonstruierbar, wann in der Geschichte das erste Mal ein Aphrodisiakum entdeckt und benutzt wurde. „Die ersten schriftlichen Hinweise auf den Gebrauch von Aphrodisiaka finden sich in sumerischen Keilschrifttafeln, altägyptischen Papyrusrollen und altchinesischen Orakelknocheninschriften.“ (Rätsch 2008: 29) In der Antike gab es etliche Kräuterbücher, die auf die aphrodisische Wirksamkeit vieler Pflanzen aufmerksam gemacht haben. Viele dieser erwähnten Pflanzen werden auch heute noch benutzt, obwohl im Rahmen der Christianisierung viel an diesem alten Kräuterwissen verloren ging, weil aphrodisische Pflanzen verteufelt wurden. (vgl. ebd. 2008: 30)

 

Was sind Aphrodisiaka eigentlich?

Als Aphrodisiaka werden grundsätzlich „den Geschlechtstrieb und die Potenz stärkende Mittel bezeichnet. Sie können erotisch sexuelle Empfindungen verstärken und intensivieren.“ (Alberts/Mullen 2003: 12) Aphrodisiaka wurden und werden in allen Teilen der Welt verwendet und sind im Laufe der Geschichte unterschiedlich betrachtet worden. Aphrodisiaka hatten oft auch die Aufgabe, die Fruchtbarkeit zu steigern und wenn wir uns einige der Pflanzen ansehen, dann werden wir sehen, dass diese auch heute oft eine fruchtbarkeitssteigernde Wirkung entfalten. (vgl. Rätsch 2008: 9)

Auf dem indischen Subkontinent gilt das Harz der weiblichen Hanfblüten als wichtigstes Aphrodisiakum, in China galt besonders der Ginseng als Allheilmittel und im Orient haben sich zahlreiche Rezepturen (u.a. die sog. Orientalischen Fröhlichkeitspillen) bis heute erhalten. Das wohl bekannteste pflanzliche Aphrodisiakum ist die Rinde des westafrikanischen Yohimbébaumes. Der Gebrauch dieser Rinde kann allerdings mitunter starke Nebenwirkungen verursachen.  „In Nord-, Mittel- und Südamerika wurden viele psychoaktive Pflanzen (z.B. Peyotekaktus, Engelstrompeten-Arten, Kokastrauch) und Pilze (Kahlkopf-Arten) bei religiösen Zeremonien, aber auch als Aphrodisiaka eingenommen.“ (Alberts/Mullen 2003: 14)

 

Wie wurden und werden Aphrodisiaka verwendet?

Um Mittel zu gewinnen, die der Liebe und Lust dienen, können wir auf Pflanzen zurückgreifen und diese auf unterschiedlichste Art und Weise verwenden. Je nach Ausgangsmaterial können die Liebesmittel beispielsweise eingenommen, äußerlich aufgetragen oder auch verräuchert werden.

Kulinarische Genüsse können für eine sinnliche Atmosphäre sorgen. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. So wirken viele Speisen, in der richtigen Umgebung und mit dem passenden Gegenüber genossen, aphrodisisch. Die meisten aphrodisischen Kräuter und Gewürze sind aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin thermisch warm bis heiß. Wir müssen, besonders bei ohnehin schon erschöpften Personen, aufpassen, dass wir uns nicht überhitzen, denn das würde bei einer ohnehin schon heißen Konstitution (nach der TCM) eher zu Unwohlsein führen als zu verstärkter Libido.

Liebestränke können unterschiedlich zubereitet werden, zum Beispiel in Form eines Tees, eines Dekokts oder auch mit Alkohol kombiniert.

Öle, Salben, Bäder sind eine duftende Möglichkeit, um Liebesmittel über die Haut in unseren Körper zu lassen.

Mit Räucherungen gelangen Duftstoffe durch die Nase in unser Gehirn, genauer gesagt in das limbische System, und beeinflussen so unsere Gefühle. Sie erreichen auch unser vegetatives Nervensystem und haben somit eine Wirkung auf viele Körperfunktionen, auf das Hormon- und Immunsystem. Düfte können auf unsere Atmung, unseren Herzschlag und auf viele andere Körperfunktionen Einfluss nehmen. (vgl. Werner 2013: 1; vgl. auch Keller 2006: 28 sowie Fischer-Rizzi 2008: 22)

Auch Rauchmischungen wurden und werden verwendet, um eine aphrodisische Wirkung zu erzielen. Schnupfpulver sind vor allem im südamerikanischen Raum sehr beliebt gewesen. Meist wurden fein zermahlene Pulver geschnupft. Aufgrund des bitteren Geschmacks werden einige Kräuter auch zu Pillen verarbeitet und so konsumiert. (vgl. Alberts/Mullen 2003: 14ff. sowie Rätsch 2008: 11ff.)

 

Wie wirken Aphrodisiaka?

Früher wurden die Pflanzengeister für die Wirkung von Aphrodisiaka verantwortlich gemacht. Heute schreiben wir die Wirksamkeit vor allem den  Inhaltsstoffen zu. Die Wirkung vieler aphrodisischer Kräuter und Nahrungsmittel kann jedoch auch heute noch nicht gänzlich erklärt werden, sondern beruht auf jahrhundertelanger Erfahrung.

Aphrodisiaka können auf unterschiedliche Art wirken. Wir können grundsätzlich zwischen direkten und indirekten Aphrodisiaka unterscheiden:

Direkte Aphrodisiaka „wirken direkt auf die Nervenbahnen im Sakralmark stimulierend, sodass die Erregbarkeit steigt, bei Männern die Errektion und bei Frauen die Orgasmusfähigkeit verstärkt wird.“ Die Wirkung basiert meist auf sehr starken Inhaltsstoffen, wie etwa Alkaloiden. Ein Beispiel dafür ist Yohimbin, das in der Yohimbérinde enthalten ist, und mit Vorsicht zu genießen ist! (Madejsky 2015: 91)

Indirekte Aphrodisiaka umfassen „alle Tonika, die den Kreislauf anregen und Lebenskraft spenden. Sie wecken mehr die Lebenslust und feuern eben nur indirekt die Liebeskraft an. Die meisten dieser indirekten Aphrodisiaka sind Gewürze oder Heilpflanzen mit erwärmenden Eigenschaften.“ Beispiele für indirekte Aphrodisiaka sind Rosmarin, Chili, Ingwer, Liebstöckel, Petersilie, Ginseng, Damiana. (ebd. 2015: 91) Entspannung ist oft essentiell für unser Lustempfinden. Hier helfen entspannende, krampflösende Kräuter/Gewürze/Öle wie zum Beispiel Rose, Jasmin, Muskatellersalbei oder auch Ylang Ylang.

Um aphrodisische Mittel zu erforschen, können wir uns auf zwei Arten annähern – ethnopharmakologisch und/oder mit Hilfe der westlichen Medizin. Die Ethnopharmakologie erforscht die Mittel, „die von verschiedenen Völkern zu bestimmten Zwecken benutzt werden. Zuerst wird erforscht, welche Pflanzen oder Tiere medizinisch, rituell oder aphrodisisch Verwendung finden, zudem untersucht man den kulturellen Zusammenhang.“ (Rätsch 2008: 26) Aufgeschlossene Forscher*innen probieren das Mittel möglicherweise sogar selbst. Nach der Bestandsaufnahme wird das Mittel hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe untersucht. An dieser Stelle geht die ethnopharmakologische Forschung in die medizinische über.

Die moderne Medizin ist zu dem Schluss gekommen, dass es kein echtes Aphrodisiakum gibt. Nur Yohimbin (als Bestandteil der Yohimbérinde) wird zumindest von einigen Wissenschaftler*innen als solches anerkannt. Zu bedenken gilt hier, dass die meisten Stoffe isoliert und an Ratten unter sterilen Laborbedingungen getestet werden. Wie aussagekräftig solche Labortestungen tatsächlich sind, bleibt offen. Die westliche Medizin ignoriert „die Erfahrungen der Naturvölker, die seit Jahrtausenden mit ihrer Umwelt im Einklang gelebt, alle Pflanzen erprobt und diese in ihrer Kultur erfolgreich eingesetzt haben.“ (Rätsch 2008: 28)

 

Wer braucht Aphrodisiaka eigentlich?

Niemand braucht Aphrodisiaka wirklich, aber wir können diese sinnvoll einsetzen und dann heranziehen, wenn wir Schwung in unsere Liebesbeziehung zu uns selbst oder zu unserem Partner*/unserer Partnerin* bringen möchten. Aphrodisiaka können verglichen werden mit der Würze, die ein Essen verfeinert. Selbstverständlich können wir auch ohne Gewürze kochen, aber feiner schmeckt ein Braten oder Ofengemüse doch mit der passenden Gewürzmischung. „Viele Menschen haben gelernt, ihre Liebesbeziehung mit Aphrodisiaka und raffinierten erotischen Techniken lebendig zu erhalten oder zu vertiefen. […] Eine Beziehung wird damit reicher, lebendiger, kreativer und damit lebensfähiger.“ Aphrodisiaka sollten nicht aus einem Mangel heraus verwendet werden, sondern als „Bereicherung des gesunden Lebens“ betrachtet werden. (Rätsch 2008: 78)

„Voraussetzung dafür, dass Gewürze oder Heilpflanzen zur Erweckung der Liebeslust überhaupt wirken können, ist jedoch in den meisten Fällen, dass die Partner zuvor schon einmal Lust und Erfüllung miteinander erlebt haben.“ Aphrodisiaka können als eine Art „Verstärker“ betrachtet werden und „erfahrungsgemäß nutzen sie den Paaren am meisten, die sich ohnehin lieben und die sich immer wieder neu entdecken wollen.“ (Madejsky 2015: 90)

 

Wie können wir eine sinnliche Lebensweise kultivieren?

Um gemeinsam oder mit sich selbst eine sinnliche Zeit zu verbringen, können wir einige Dinge beachten:

 

– leicht und bekömmlich essen, frisch zubereitete Nahrung

Nahrung kann am besten verwertet werden, wenn wir diese möglichst bekömmlich zubereiten, also kochen und warm zu uns nehmen. Unser Essen bereiten wir so zu, dass es thermisch ausgewogen ist, möglichst alle Elemente beinhaltet und gut verdaut werden kann. Die Freude beim Essen ist für eine gute Verdauung essentiell! Auf Zubereitungen in der Mikrowelle, Tiefkühlkost und Fertignahrung sollten wir generell verzichten! Auch raffinierter Zucker, Milchschokolade und Süßigkeiten sollten nicht auf unserem Speiseplan stehen. Mehr über eine ausgewogene Ernährung findet ihr hier (klick).

 

– alles vermeiden, das unsere Reserven angreift

Sogenannte Genussmittel wie etwa Kaffee im Übermaß, Alkohol, Nikotin oder gar Drogen greifen unsere Reserven an und stärken uns in Wahrheit nicht! Ausreichende Bewegung, erholsamer Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und ein insgesamt harmonisches, freudvolles Leben sind hingegen kraftspendend und somit auch förderlich für unsere Lust.

 

– Mut zum Müßiggang!

Für unsere Gesundheit ist es essentiell, dass wir Mut zum Müßiggang haben! Wir brauchen regelmäßige Phasen der Erholung und vor allem brauchen wir erholsamen Schlaf.

 

– uns warm halten

Wenn uns kalt ist, dann verbraucht der Körper Energie zum Aufwärmen, so dass weniger Energie für unsere Sexualität zur Verfügung ist. „Nieren- und Lebermeridian beginnen in den Füßen. Wenn die Zehen kalt sind, bewegt sich die Kälte durch diese Kanäle nach oben in die Genitalien und mehr Energie ist notwendig, um sie sexuell warm werden zu lassen.“ (Dunas/Goldberg 2004: 266)

 

– sinnliche Düfte, Kräuter und Nahrungsmittel in unseren Alltag integrieren

Unseren Alltag können wir mit sinnlichen Düften, würzigen Kräutern und wohlschmeckenden Nahrungsmitteln verfeinern. So stärken wir unseren Körper, Geist und Seele. Wir laden Kreativität in unser Leben ein und können uns für das Schöne, das unser Alltag zu bieten hat, öffnen.

Mit den passenden Kräutern, Gewürzen, ätherischen Ölen und Nahrungsmitteln können wir sehr viel bewirken. Das Pflanzenreich bietet uns einerseits wertvolle Tonika an, mit denen wir unsere (sinnliche) Energie wieder aufladen können. Andererseits stellt uns die Natur eine breite Palette an entspannenden, entkrampfenden Düften zur Verfügung. Aber auch unsere Durchblutung können wir mit Hilfe der entsprechenden Naturkostbarkeiten fördern.

Zu den entspannenden, die Sinnlichkeit unterstützenden ätherischen Ölen zählen beispielsweise die Rose (Rosa damascena), Jasmin (Jasminum grandiflorum), Ylang Ylang (Cananga odorata), Vetiver (Vetiveria zizanoides) sowie Muskatellersalbei (Salvia sclarea) und Vanille (Vanilla planifolia).

Kraft spenden etwa Rosmarin (Rosmarinus officianlis), Ingwer (Zingiber officinalis), Ginseng (Panax ginseng) und Damiana (Turnera diffusa). Ein besonders wichtiges Frauenkraut ist außerdem der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris).

Duftende Rezeptideen findet ihr übrigens hier (klick).

 

Ich wünsche euch einen sinnlichen Valentinstag! Lasst es euch gut gehen!

 

Literatur

Alberts, Andreas/Mullen, Peter (2003): Aphrodisiaka aus der Natur. Von Alraune bis Zauberpilz. Bestimmung Wirkung Verwendung. Stuttgart: Kosmos.

Bolen, Jean Shinoda (2004): Göttinnen in jeder Frau. Psychologie einer neuen Weiblichkeit. Berlin: Ullstein.

Dunas, Felice/Goldberg, Philip (2004): Chinesische Liebesgeheimnisse. Alte Weisheiten für Glück und Gesundheit. München: Müller & Steinicke.

Fischer-Rizzi, Susanne (2008): Himmlische Düfte. Das große Buch der Aromatherapie. Aarau: AT.

Keller, Erich (2006): Aroma-Therapie. Berlin: Ullstein.

Rätsch, Christian (2008): Pflanzen der Liebe. Aphrodisiaka in Mythos, Geschichte und Gegenwart. Essen: Magic-Bookworld.

Madejsky, Margret (2015): Das alternative Kinderwunschbuch. Die besten Naturheilkonzepte für die Fruchtbarkeit. München: Arkana.

Werner, Monika (2013): Mind-Maps Aromatherapie. Stuttgart: Haug.

Seelentröster aus dem Pflanzenreich

Es gibt Phasen im Leben, in denen alles rund läuft. Wir sind spürbar in unserer Mitte. Und dann gibt es Phasen, in denen wir große Herausforderungen bewältigen müssen. Vielleicht wirft uns ein Ereignis aus der Bahn. Vielleicht wissen wir vor lauter Müdigkeit und Erschöpfung einfach nicht mehr weiter. Diese herausfordernden Phasen sind jene, in denen unsere Seele besonders viel Trost und Zuwendung braucht. Das Pflanzenreich bietet vielfältige Unterstützung, um unserer Seele tröstend beizustehen und uns insgesamt zu stärken und aufzubauen. Seelentröster aus dem Pflanzenreich stehen im Mittelpunkt dieses Workshops. Ätherische Öle und Hydrolate können uns in und nach krisenhaften Situationen duftend begleiten. Aber auch verschiedene Teekräuter und Gewürze können positiven Einfluss auf unser Seelenleben nehmen.

THEMEN:

– Welche Kräuter und ätherischen Öle helfen mir in krisenhaften Situationen?

– Was spendet Trost? Was baut mich wieder auf? Wie kann ich mir helfen?

– Praktische Anwendungsbeispiele

Was wir gemeinsam herstellen:

1x ausgleichender Körperspray (30 ml) • 1x Relax-Körperöl (30 g) • 1x I-feel-fine-Teemischung (30 g)

Termin

Fr, 15.03.2019 von 18.30-ca. 21.00 Uhr

Dieser Workshop findet in Kooperation mit dem Kneippbund statt.

Anmeldung, Teilnahmegebühr, Ort

Im Preis enthalten: Arbeitsmaterialien, Skriptum, Notizheft, Pausensnacks und Getränke

Eine Teilnahmegebühr von 80 Euro, inkl. MwSt. kann vor Ort bezahlt werden.

Für Kneippbund-Mitglieder gibt es eine ermäßigte Teilnahmegebühr von 72 Euro.

Anmeldungen sind unter praxis@feinfuehlen.at oder unter +43 664 22 70 710 möglich.

Feine Frühstücksideen
Frühstück für einen kraftvollen Tag

Der frühe Morgen hat etwas ganz Feines an sich. Die Welt ist noch entschleunigt, alles erwacht langsam und ein Tag voll neuer Möglichkeiten steht bevor. Außerdem können wir uns der, wie ich finde, schönsten Mahlzeit des Tages widmen. Für ein gutes Frühstück und ein bisschen Zeit zum Lesen, mein persönliches Morgenritual, stehe ich auch gerne früher auf. Diese Zeit am Morgen gehört nur mir selbst. Mit einem guten Frühstück lässt sich der Tag kraftvoll beginnen und diese Kraft des Anfangs bleibt nach einem nährenden Frühstück auch für den Rest des Tages weitgehend erhalten.

Nach chinesischer Auffassung ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. „Man soll dem Körper dann Energie geben, wenn er sie braucht! Und das ist bevor er zu arbeiten beginnt!“ (Weidinger 2014: 159) Idealerweise starten wir mit einem ausgiebigen warmen Frühstück in den Tag, das uns mit Energie versorgt und ein Wohlgefühl entstehen lässt. Morgens erzeugt der Organismus aus der Nahrung vor allem Wärme für den Organismus. Ich achte seit vielen Jahren darauf, warm zu frühstücken. Ein warmes Frühstück gibt Energie und macht ein wohliges Bauchgefühl.

 

Frühstück vorkochen – wenn es einmal schneller gehen soll in der Früh

Oft nehmen wir uns keine Zeit für ein Frühstück oder schlingen nur schnell ein Brot oder ein Joghurt hinunter. Wir können allerdings auch nahrhaft frühstücken, wenn wir nicht viel Zeit haben! Am besten nehmen wir uns ein- bis zweimal pro Woche Zeit, um ein Frühstück vorzukochen. Für ein warmes Frühstück eignen sich auch ein gutes Süppchen, gekochter Reis, ein Kompott oder ein Getreidebrei. All diese Köstlichkeiten können vorgekocht werden und wir brauchen diese dann nur mehr erwärmen. Falls wir in aller Früh noch keinen Hunger haben, können wir das vorgekochte Frühstück auch in die Arbeit mitnehmen und dort genießen, sobald sich der erste Hunger bemerkbar macht.

In der Früh könnten wir uns außerdem angewöhnen ein bis zwei Teelöffel Leinsamenöl zu uns zu nehmen. Die Wirkung von Leinsamenöl ist gut erforscht. Das Öl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure aus. Es ist besonders vielseitig einsetzbar und bietet bei verschiedensten Beschwerden gute Unterstützung. Es kann beispielsweise bei Stress, Nervosität, ADHSs sowie bei Wechseljahresbeschwerden, Atemwegserkrankungen, Allergien und Hauterkrankungen verwendet werden. (vgl. Krupalija/Karner 2014: 66f.)

 

Frühstücksideen – Rezepte für ein gutes Bauchgefühl

Wenn wir an Frühstück denken, dann denken die meisten von uns wahrscheinlich an Brot mit Marmelade oder Schinken und Käse. Wir denken vielleicht auch an gekochte Eier oder Eierspeise mit Speck. Einigen wird auch Müsli mit Joghurt in den Sinn kommen. Das war es dann aber oft auch schon. Ich möchte euch daher einige wohltuende Alternativen vorstellen, auf die ich selbst auch gerne zurückgreife.

 

Reiscongee

Wir können beispielsweise ein Reiscongee zubereiten. Hierzu wird Vollkornreis mit Wasser im Verhältnis 1:10 mehrere Stunden gekocht. Wir nehmen also etwa 100 g Reis, mischen diesen mit rund 1 Liter Wasser und lässt alles zunächst einmal aufkochen. Am besten nehmen wir einen möglichst großen Topf dafür. Danach drehen wir den Herd auf kleine Flamme und lassen alles einige Stund köcheln. Reiscongee ist äußerst bekömmlich und nährend, auch wenn es zunächst zugegebenermaßen ziemlich langweilig schmeckt. Wir können es daher noch mit allen möglichen Zutaten verfeinern und entweder eine süße oder eine pikante Version daraus machen. Ich mag Congee mit schwarzem Sesam und etwas gekochtem Gemüse am liebsten. Gut schmeckt Congee auch mit Nüssen, einer Prise Vanille und Kardamom. Reiscongee hält im Kühlschrank einige Tage.

 

Hühnersuppe bzw. Gemüsesuppe

Eine weitere Frühstücksidee, die sich im Vorfeld zubereiten lässt und mehrere Tage im Kühlschrank hält, ist eine nahrhafte Suppe.

 

Zutaten:

1 Junghahn

1 Bund Suppengemüse

4-6 Champignons

1 Zwiebel

1 Handvoll frische Petersilie

2 TL frisch gepressten Ingwer

etwas Zitronensaft

1 Prise Salz

1/2 TL Kurkuma

1/2 TL Angelikawurzel, getrocknet (in einem Teenetz mitkochen und nach dem Kochen entfernen)

2-4 getrocknete Feigen

ca. 2l Wasser

Zubereitung:

– Den Junghahn mit Haut und Knochen in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen, danach das Wasser wegschütten. Den Junghahn kurz zur Seite stellen. Wer kein Fleisch isst, der lässt diesen Schritt einfach aus und startet mit dem nächsten.

– Heißes Wasser in den ausgewaschenen Topf geben, Kurkuma dazu.

– Danach das klein geschnitte Suppengemüse (Karotten, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzel) und die Champignons dazugeben.

– Zwiebel, Ingwer, Angelikawurzel und einen Teil der Petersilie hineingeben. Der andere Teil der Petersilie kommt zum Schluss frisch über die Suppe.

– Die Suppe nun nach Belieben salzen.

– Den Junghahn und etwas Zitronensaft in den Topf geben und die Feigen im Ganzen mitkochen.

– Die Suppe nun einige Stunden köcheln lassen.

 

Apfel-Birnen-Kompott

Zutaten:

4 Birnen

2 Äpfel

1 Msp. Vanille

1 Msp. Kardamom, gemahlen

1 Msp. Piment, gemahlen

1 Msp. Zimt, gemahlen

1 Msp. Nelkenpulver

250 ml heißes Wasser

1 TL Sesam

1 EL Mandelmus (optional)

etwas Zitronensaft

etwas Honig

eine Prise Salz

Zubereitung:

– Die Äpfel und Birnen schälen, in dünne Scheiben schneiden.

– Heißes Wasser kochen und die Birnenstücke dazugeben.

– Danach geben Sie die gemahlene Vanille, etwas Sesam und Mandelmus dazu.

– Anschließend werden Piment, gemahlener Zimt und Nelkenpulver hinzugefügt.

– Nun kommen eine Prise Salz und einige Spritzer Zitronensaft in das Kompott.

– Das Kompott kurz aufkochen lassen und dann ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

– Nach Wunsch mit Honig servieren.

 

Hirse mit Gemüse

Zutaten:

2 Tassen Hirse

Wasser

2 Karotten

4 Champignons

1 Kräutersaitling

1 Handvoll Koriander

1 kleines Stück Ingwer

Sesamöl

schwarzer Sesam

Salz

Kurkuma

Zitronensaft

 

Zubereitung:

– Wasser erhitzen und die Hirse in das heiße Wasser streuen und köcheln lassen.

– In einem anderen Topf die geschnittenen Karotten und Pilze in Sesamöl anbraten. Ingwer durch die Knoblauchpresse geben und hinzufügen.

– Ein wenig Salz dazugeben, einen Spritzer frisch gespresste Zitrone darunter mischen und danach alles mit etwas Kurkuma würzen.

– Das Gemüse mit schwarzem Sesam und frisch gehacktem Koriander bestreuen.

– Die gekochte Hirse nun mit dem Gemüse vermengen und genießen.

 

Eierspeise

Natürlich eignet sich auch die klassische Eierspeise als Morgenmahlzeit. Ich bereite diese gerne mit Ghee zu, streue etwas schwarzen Sesam und einige frische Kräuter darüber. Dazu passt ein selbst gebackenes Buchweizenbrötchen.

 

Ich wünsche euch einen guten Appetit!

 

Literatur

 

Krupalija, Tina/Karner, Ingrid (2014): Die Kraft der wertvollsten Pflanzenöle. Arganöl, Kokosöl, Wildrosenöl & Co. Wien: Kneipp Verlag.

Weidinger, Georg (2014): Die Heilung der Mitte. Die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin. Steyr: Ennsthaler.

Ein gutes Bauchgefühl
Ernährung nach der TCM

Seit einiger Zeit mache ich die Ausbildung zur Ernährungsberaterin nach der Chinesischen Ernährungslehre (Traditionelle Chinesische Medizin/TCM), da ich diese Ernährungsweise für besonders stimmig halte und selbst erlebt habe, wie viel sich im Leben durch eine simple Ernährungsumstellung verändern kann. Dabei geht es immer um ein wohliges Bauchgefühl und nie um starres Kalorienzählen oder Nährwerttabellen. Die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle zur Erhaltung unserer Gesundheit und wir können uns durch hochwertige Lebensmittel bestmöglich stärken. Ich möchte euch heute die Grundzüge der Chinesischen Ernährungslehre näher bringen.

 

Einteilung von Lebensmitteln

In der Chinesischen Ernährungslehre geht es vor allem darum, Lebensmittel in ihrer Gesamtheit zu erfassen und nicht darum, diese lediglich auf einzelne Bestandteile (wie etwa Vitamine) zu reduzieren. Die Lösung vieler gesundheitlicher Probleme liegt in einer gesunden, unserer Konstitution entsprechenden Ernährung. (vgl. Temelie 2008: 14f.) Lebensmittel werden nach Geschmack, Thermik, Wirkung und Farbe den Fünf Elementen Erde, Holz, Feuer, Wasser und Metall zugeteilt.

Die Fünf Elemente können auf vielfältige Weise miteinander interagieren. Wenn ein gesundes Gleichgewicht herrscht, dann wird jedes Element von einem anderen erzeugt und bringt ein weiteres hervor. Hier sprechen wir vom sogenannten Fütterungszyklus: „Holz nährt Feuer, die Wärme des Feuers erweckt die Erde zum Leben, aus der Erde wird Metall gewonnen, die Mineralien des Metalls machen das Wasser lebendig, Wasser nährt die Pflanzen (Holz).“ (ebd. 2008: 95; Hervorhebungen im Original; vgl. auch Maciocia 2017: 24)

 

Thermische Ausgewogenheit

Die thermische Wirkung basiert auf „Ausprobieren, Beobachtung und Instinkt.“ (Weidinger 2014: 188) Die sogenannte thermische Wirkung hat jeweils „spezielle Auswirkungen auf die Energien unseres Körpers.“ (Kafka 2016: 158)

Unterschieden werden folgende Temperaturen: heiß, warm, neutral, erfrischend (kühl), kalt. Wir ernähren uns thermisch idealerweise immer so, dass wir unsere inneren Zustände ausgleichen bzw. in Harmonie bringen. Wenn wir also, vereinfacht gesprochen, viel Hitze in uns tragen, dann werden wir versuchen diese durch kühlende Nahrungsmittel auszugleichen. Natürlich müssen wir in der Praxis noch tiefer gehen und nach den Ursachen forschen. Dieses Beispiel dient lediglich dem besseren Verständnis.

 

Heiße Nahrungsmittel sind zum Beispiel Alkohol, Pfeffer, Muskatnuss und Chili. Im Winter bieten diese Nahrungsmittel einen Ausgleich zur winterlichen Kälte. Heiße Nahrungsmittel sollten aber generell – auch im Winter – nur in Maßen konsumiert werden. Vor allem bei bestehender Hitze-Konstellation ist vom übermäßigen Einsatz dieser Nahrungsmittel abzuraten. Durch heiße Thermik können Entzündungen und vorhandene Hitze weiter angefacht werden. Die Säfte werden ausgetrocknet und auf längere Sicht wird unser YIN geschädigt.

 

Warme Nahrungsmittel sind zum Beispiel Gewürze wie Rosmarin, Basilikum und Thymian, Lauch, Zwiebel, Knoblauch oder auch Huhn. Diese Nahrungsmittel fügen dem Körper Wärme zu und sind in Maßen genossen sehr kostbar. Ein Zuviel an wärmenden Nahrungsmitteln jedoch kann zu Problemen führen – so etwa zu Anspannung, Gereiztheit oder Unruhe.

 

Neutrale Nahrungsmittel sind zum Beispiel die meisten Getreidearten, Hülsenfrüchte, Kohlsorten oder auch Rindfleisch. Solche Nahrungsmittel sind thermisch weder kühl noch warm, weder heiß noch kalt und haben meist einen süßen Geschmack. Der süße Geschmack wiederum baut Qi und Mitte auf. „Ihre ausgleichende Thermik kann den Körper in kein Ungleichgewicht bringen. Der größte Teil unserer Nahrung sollte daher aus dieser Kategorie kommen.“ (Kafka 2016: 158)

 

Erfrischende (kühle) Nahrungsmittel sind zum Beispiel Salate, die meisten Gemüse- und Obstsorten (ungekocht) und Soja. Die erfrischenden Nahrungsmittel regen die Bildung von Blut und Säften an, klären Hitze und wirken beruhigend auf Herz und Leber. Im Sommer sind kühle Nahrungsmittel ein guter Ausgleich zu den heißen Außentemperaturen. „Gekocht sind erfrischende Nahrungsmittel ideal, um ab Ende 30 das Blut und das Yin zu schützen! Sie behalten dann ihre blutaufbauende Wirkung, ohne zu kühl zu sein.“ (ebd. 2016: 159)

 

Kalte Nahrungsmittel sind zum Beispiel Südfrüchte wie Bananen, Kiwis oder Ananas sowie Salz, Algen, Wasser und Mineralwasser. „Sie schützen vor Hitze und dringen schneller und tiefer als kühlende Nahrungsmittel in den Körper ein. Auf Grund ihrer stark abkühlenden Wirkung können sie Hitze absenken. Doch sollten sie, wie auch die heißen Nahrungsmittel, nur sparsam und gezielt verwendet werden, da sie im Übermaß verwendet das Qi und das Yang schwächen.“ (ebd. 2016: 159)

 

Über die thermische Wirkung einer Speise entscheiden auch die Art und Weise der Zubereitung sowie die jeweils beigefügten Zutaten (zum Beispiel die verwendeten Gewürze):

 

  • NEUTRAL: Dünsten in wenig Wasser
  • ERWÄRMEND (Yang-Wirkung): Überbacken, langes Kochen (zum Beispiel Suppen)
  • ERHITZEND: scharfes Anbraten, Grillen, Zugabe diverser Gewürze, Zugabe von Alkohol
  • KÜHLEND: Kochen in reichlich Wasser, Kochen mit Südfrüchten (vgl. ebd. 2016: 160)

 

Geschmacksrichtungen

„Eine weitere zielgerichtete Auswahl von Nahrungsmitteln ist über die verschiedenen Geschmacksrichtungen möglich. Die fünf Geschmäcker stehen in einem direkten Bezug zu bestimmten inneren Organen. Süß reist zur Milz, Scharf zur Lunge, Salzig zur Niere, Sauer zur Leber und Bitter zum Herzen. Keine Geschmacksrichtung sollte überbetont werden, abgesehen von der süßen Kategorie: Sie wirkt ausgleichend und darf zum Energieaufbau den größten Teil der täglichen Nahrung ausmachen.“ (ebd. 2016: 160)

 

Der süße Geschmack wirkt befeuchtend, harmonisierend und energiespendend. Der scharfe Geschmack wirkt mobilisierend und zirkuliert Qi und Blut. Dieser Geschmack vermag Stagnationen aufzulösen, ist aber dennoch nur mit Vorsicht zu genießen, weil Schärfe die Säfte verletzen kann. Der salzige Geschmack wirkt erweichend und senkt die Energien in den unteren Teil des Körpers ab. Diesen Geschmack können wir zur Auflösung von Verhärtungen und Knoten einsetzen. Der saure Geschmack wirkt zusammenziehend (adstringierend) und bewahrt die Säfte. Dieser Geschmack wird vor allem verwendet, um die Körperflüssigkeiten zu schützen, so etwa bei Durchfällen, äußerer Hitze oder bei Schweißausbrüchen wie beispielsweise in den Wechseljahren. Der bittere Geschmack wirkt trocknend auf die Säfte sowie entzündungshemmend, ausleitend und senkt nach unten ab. (vgl. ebd. 2016: 160f.)

 

Ernährung für ein wohliges Bauchgefühl

Ein wesentlicher Punkt unseres alltäglichen Lebens ist die Nahrungsaufnahme. Wir alle essen und tun dies in der Regel auch mehrfach täglich. Wir können uns mehrfach am Tag stärken und zwar indem wir richtig essen! (vgl. Weidinger 2014: 132) Richtig zu essen bedeutet nach der Chinesischen Ernährungslehre für jeden etwas anderes. Der Zugang ist ein ganz individueller: Was für den einen bekömmlich ist, wird vom anderen nicht vertragen.

 

Nahrung zur Erhaltung unserer Gesundheit

In jedem Fall sollten wir uns wieder bewusst machen, dass die Nahrung dazu dient unsere Gesundheit zu erhalten! Im Einklang mit der Natur zu leben bedeutet auch sich im Einklang mit dieser zu ernähren, also das zu essen, „was die Natur zu dieser Zeit, in dieser Jahreszeit hervorbringt, und das zu essen, was unserer inneren Natur entspricht.“ (ebd. 2014: 52) Unsere Nahrung sollte immer aus frischen Zutaten aus biologischem Anbau stammen und möglichst saisonal und regional sein.

 

Instinktiv richtig oder intuitiv falsch essen

Wenn wir gut in unserer Mitte sind, dann spüren wir intuitiv, was wir vertragen und greifen automatisch zu den Nahrungsmitteln, die uns bekommen. Wenn das nicht der Fall ist, dann müssen wir erst wieder einen Weg finden, um auf unsere Instinkte zu hören. Wenn wir nicht in unserer Mitte sind, dann ernähren wir uns „INTUITIV FALSCH“, weil es „für den Körper viel anstrengender ist, etwas zu verändern, als einfach nur so weiterzumachen, wie man es bisher gemacht hat, auch wenn der Preis eine Erkrankung ist.“ (Weidinger 2014: 169; Hervorhebungen im Original) Veränderung kostet Energie und davon haben wir ohnehin oftmals wenig. Dennoch sollten wir der Veränderung eine Chance geben und einen Schritt nach dem anderen gehen.

 

Ausgewogenes Essen, Freude und ein wohliges Gefühl

Unser Essen bereiten wir so zu, dass es thermisch ausgewogen ist, möglichst alle Elemente beinhaltet und gut verdaut werden kann. Die Freude beim Essen ist für eine gute Verdauung essentiell!

Nach einem Essen sollten wir uns herrlich fühlen, also voller Energie, leicht, unbeschwert, wohlig. Wenn dies nicht der Fall ist, dann ist das ein Indiz dafür, dass wir das Essen nicht gut vertragen haben. Hier sollten wir ehrlich zu uns selbst sein und auf alles verzichten, das nicht ein wohliges Gefühl in uns erzeugt!

 

Gutes Essen, wenn wir wenig Zeit haben

Ausgewogen ernähren können wir uns übrigens auch dann, wenn wir wenig Zeit haben.

In diesem Fall können wir zum Beispiel Suppen, Getreidebrei oder Congee zubereiten. Diese Gerichte kochen sich praktisch von selbst, sind bekömmlich und wir können einige Tage davon essen.

 

Verzicht auf Mikrowelle, Tiefkühlkost und Fertignahrung

Auf Zubereitungen in der Mikrowelle, Tiefkühlkost und Fertignahrung sollten wir generell verzichten! Auch raffinierter Zucker, Milchschokolade und Süßigkeiten sollten nicht auf unserem Speiseplan stehen. Hier gibt es bekömmlichere Varianten (z.B. Kompott oder selbstgemachte Schokolade aus Kakaobutter). Ein Rezept für Schokolade gibt es hier (klick).

 

Verlässliche Essenzeiten und warme Getränke

Eine Regelmäßigkeit ist auch beim Essen von großer Bedeutung – sowohl aus chinesischer Perspektive als auch aus westlicher. Die Milz steht nach chinesischer Auffassung für unseren gesamten Verdauungsapparat. Sie ist unser Zentrum und schaut, dass es allen Organen im Körper gut geht. „Die Milz macht aus Nahrung und Atmung Qi und Blut.“ (ebd. 2014: 88) Regelmäßigkeit ist für die Milz wichtig. Wenn wir unser Essen immer zu einer anderen Uhrzeit einnehmen, dann kommt die Milz durcheinander und kann nicht vorplanen.

 

Idealerweise essen wir nur dreimal am Tag, trinken dazwischen heißes Wasser und gönnen unserer Milz Pausen, damit sie alle anderen Aufgaben auch gut bewältigen kann. Wir sollten grundsätzlich auch warm trinken. Wenn wir vor dem Essen kalt trinken, kühlen wir den Magen ab und „unsere Milz […] muss erst mühsam wieder aufwärmen, bis der ganze Speisebrei im Magen und Dünndarm Körpertemperatur hat.“ (ebd. 2014: 172) Warm trinken gleicht gewissermaßen einer „Streicheleinheit“ für unsere Milz. (ebd. 2014: 173)

 

Wir wissen mittlerweile, dass auch unsere (Darm-)Bakterien ihren Rhythmus haben und ihr Essen pünktlich und regelmäßig erwarten. „Wenn diese nicht zur richtigen Zeit gefüttert werden, erzeugen sie Stoffe, die ins menschliche Blut übertreten und dann äußerst unangenehme Gefühle auslösen. Was wir als Begleiterscheinungen des Jetlags erleben, stammt also auch vom chemischen Protest der Bakterien unseres Darms.“ (Moser 2017: 40)

Das Licht und die Zeitpunkte der Mahlzeiten gelten nach der Chronobiologie als „die wichtigsten Zeitgeber“, mit denen wir einen „wirksamen Hebel“ haben, den wir selbst aktiv einsetzen können und „mit dessen Hilfe wir Gesundheit und Wohlbefinden steuern können“. (ebd. 2017: 78)

 

TCM, day by day

Die Ernährung nach der TCM lässt sich ganz simpel in unseren Alltag integrieren. Bald gibt es einige Blogbeiträge mit feinen Rezeptideen für euch!

 

Literatur

Maciocia, Giovanni (2017): Grundlagen der Chinesischen Medizin. München: Elsevier.

Moser, Maximilian (2017): Vom richtigen Umgang mit der Zeit. Die heilende Kraft der Chronobiologie. Berlin: Allegria.

Weidinger, Georg (2014): Die Heilung der Mitte. Die Kraft der Traditionellen Chinesischen Medizin. Steyr: Ennsthaler.

Temelie, Barbara (2008): Ernährung nach den Fünf Elementen. Wie Sie mit Freude und Genuß Ihre Gesundheit, Liebes- und Lebenskraft stärken. Oy-Mittelberg: Joy.

 

Kosmetik selber machen
Badesalz

Heute gibt es wieder Neues aus der Serie „Kosmetik selber machen“ – ein duftendes Badesalz sorgt für Entspannung und hüllt uns in wohligen Duft. Ein Badesalz ist sehr einfach herzustellen: Wir brauchen ein Glas, etwas Meersalz und einige Tropfen ätherisches Öl. Außerdem können wir einige getrocknete Blüten mit dazu geben. Das sieht besonders schön aus.

Die Zutaten verwende ich alle in Bioqualität. Beim Einkauf ätherischer Öle achte ich darauf, dass ich nur 100% naturreine (echte) ätherische Öle verwende. Nur wenn die Qualität stimmt, die Dosierung passt und ätherische Öle verantwortungvoll eingesetzt werden, können diese ihre wohlwollende Wirkung entfalten.

Badesalz

Inhaltsstoffe:

50 g Meersalz

5-10 Tropfen ätherisches Öl (siehe unten)

nach Wunsch einige getrocknete Blüten (z.B. Rosenblüten, Lavendelblüten, Ringelblumenblüten)

 

Variante 1 | Blütenmeer

3 Tropfen Rosengeranie

1 Tropfen Rose

1 Tropfen Lavendel fein

nach Wunsch einige Rosen- und Lavendelblüten

 

Variante 2 | Vanille-Traum

4 Tropfen Vanille-Extrakt

1 Tropfen Mandarine rot

nach Wunsch einige Ringelblumenblüten

 

Zubereitung:

– Das Meersalz in ein Schraubglas füllen, die ätherischen Öle dazu träufeln, alles gut vermischen.

– Nach Wunsch noch einige Blüten dazu geben.

 

Alle Zutaten, Leer- und Rührbehälter können in der feinfühlen Kräutermanufaktur & Duftpraxis (nach Terminvereinbarung) erworben werden.

Frohes Rühren!

 

Kosmetik selber machen
Lippenpflege

Kosmetik selber machen ist eine wunderschöne Beschäftigung, die außerdem viele Vorteile mit sich bringt. Wir können selber entscheiden aus welchen Inhaltsstoffen unsere Hautpflegeprodukte bestehen und diese auf unsere individuellen Bedürfnisse abstimmen. Wenn wir Kosmetik selber machen, dann können wir auf wohltuende Rohstoffe zurückgreifen und Pflegeprodukte herstellen, die ohne Tierversuche konzipiert worden sind. Außerdem kommen wir ohne Mikroplastik und bedenkliche Konservierungsstoffe aus und werden nicht von großen Konzernen hinters Licht geführt. So ganz nebenbei produzieren wir weniger Müll, da wir keine unnötigen Verpackungsmaterialien brauchen.

Alle Produkte, die wir zur Hautpflege verwenden gelangen in unser Gewebe und in unseren Blutkreislauf und beeinflussen von dort aus unseren gesamten Organismus. Es liegt daher auf der Hand, dass gesunde, selbst gerührte Kosmetik mit natürlichen Rohstoffen eine positive Wirkung auf unseren Körper hat, denn auch unsere Haut braucht kostbare Nahrung.

Heute gibt es ein ganz simples Rezept für einen Lippenpflegestift. Die Zubereitung ist eine wahre Freude, denn der Raum füllt sich bei der Herstellung mit dem wohligen Duft von Bienenwachs.

Lippenpflegestift

Inhaltsstoffe (für ca. 6 Lippenpflegestifte á 6 ml):

10,5 g Bio-Bienenwachs (ungebleicht)

20 g Jojoba

9,5 g Mandelöl süß

 

Variante 1:

1 Tropfen Rosengeranienöl

1 Tropfen Melissenöl (10:90 in Jojoba verdünnt)

1 Tropfen Lavendelöl fein

 

Variante 2:

1 Tropfen Melissenöl (10:90 in Jojoba verdünnt)

1 Tropfen Vanille-Extrakt

 

Zubereitung:

– Bienenwachs, Jojoba und Mandelöl im Wasserbad erwärmen bis das Bienenwachs geschmolzen ist.

– Alles vom Herd nehmen und die ätherischen Öle dazu träufeln, umrühren, zügig abfüllen und auskühlen lassen.

 

Alle Zutaten, Leer- und Rührbehälter können in der feinfühlen Kräutermanufaktur & Duftpraxis (nach Terminvereinbarung) erworben werden.

Im Rahmen der feinrühren-Beratung kann Kosmetik übrigens selbst hergestellt werden. Wir verwenden dabei hochwertige Rohstoffe aus biologischem Anbau und stellen Hautpflegeprodukte her, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.

Frohes Rühren!

 

Ab in die Mitte
Ein Workshop für Frauen rund um die Wechseljahre

Dieser Workshop richtet sich an Frauen, die einen ganzheitlichen Zugang zum Thema Wechseljahre erfahren möchten und verbindet die Traditionelle Chinesische Medizin mit westlichem Wissen. Wir werden folgenden Fragen nachgehen: Was braucht es für eine stabile Mitte und wie können wir unseren Körper und unsere Seele dabei unterstützen? Wie können wir gut in unsere Mitte kommen und uns selbst bestmöglich stärken? Einfache praktische Übungen ergänzen fächerübergreifendes Wissen und runden den Workshop ab.

THEMEN:

– Wechseljahre als Jahre der Wandlung

– stärkende Nahrungsmittel, passende Kräuter, feine ätherische Öle

– unsere kraftvolle Körpermitte: der Beckenboden und seine Nachbarn unter der Lupe

Was wir gemeinsam herstellen:

1x ausgleichendes Körperöl (30 ml) • 1x stärkend-erfrischende Teemischung (30 g)

Termin

Sa, 09.03.2019 von 10.00-ca. 17.30 Uhr

Dieser Workshop findet gemeinsam mit Angelika Moyzisch, PT statt.

Anmeldung, Teilnahmegebühr, Ort

Im Preis enthalten: Arbeits- & Übungsmaterialien, Skriptum, Notizheft, Mittagessen und Getränke

Eine Teilnahmegebühr von 140 Euro, inkl. MwSt. kann vor Ort bezahlt werden.

Bitte bequeme Kleidung mitbringen.

Anmeldungen sind unter praxis@feinfuehlen.at oder unter +43 664 22 70 710 möglich.

Grundlagen der Herstellung von Kosmetik

Wer einmal damit angefangen hat Kosmetik selbst herzustellen, der weiß, dass so ein Herstellungsprozess ein duftender Hochgenuss sein kann. Wenn Bienenwachs schmilzt, Rosenwasser sanft erwärmt wird, ätherische Öle ins Spiel kommen und der ganze Raum sich mit Duft füllt, entsteht eine fast meditative Stimmung. Wir können kreativ sein, unsere eigenen Mischungen zusammenstellen und Pflegemittel kreieren, die tatsächlich wohltuend auf uns wirken.

 

Was bei der Herstellung von Kosmetik zu beachten ist

Wenn wir Kosmetik selbst herstellen, dann gilt es einige Dinge zu beachten, die im Folgenden genauer erklärt werden.

 

Bevor es losgeht:

 

Desinfektion

  • Reinigung mit Weingeist: Bevor wir starten, müssen wir unsere Hände desinfizieren. Es empfiehlt sich außerdem Einweghandschuhe zu tragen. Wir müssen vor allem auf einen sauberen Arbeitsplatz achten und vorab alle Arbeitsflächen, Gerätschäften (Feinwaage, Stabmixer, usw.) sowie die Leerbehälter (Cremetiegel, Airless-Spender, usw.) mit Weingeist reinigen bzw. ca. 20 Minuten im Dampfdrucktopf sterilisieren. Die Arbeitsfläche legen wir am besten mit Alkohol besprühter Küchenrolle aus, auf der wir dann die gereinigten Utensilien ablegen. Unsere Kleidung sollte natürlich auch sauber sein. Am besten wir legen uns ein eigenes Rührgewand zu.

 

Ordnung

  • Alle Rohstoffe vorbereiten: Unser Arbeitsplatz sollte geordnet sein und alles einen fixen Platz haben. Alle Rohstoffe, die wir brauchen, sollten auf unserer Arbeitsfläche bereitstehen.

 

  • Stift und Rezept bereitlegen: Das Rezept, das wir verwenden, sollte ebenso in Sichtweite sein und ein Stift ist auch von Vorteil, damit wir ggf. Änderungen eintragen können.

 

Mittendrin:

  • Struktur: Wenn wir begonnen haben zu rühren, dann sollten wir auf ein strukturiertes Vorgehen achten und uns nicht ablenken lassen. Am besten drehen wir das Handy ab und konzentrieren uns nur auf die duftende Arbeit. Es empfiehlt sich etwas Küchenrolle oder Kosmetiktücher bereit zu halten, damit wir gleich putzen können, wenn wir etwas verschütten und somit auch weiterhin Ordnung haben.

 

  • Änderungen vermerken: Sämtliche Änderungen, die wir an der Rezeptur vornehmen, sollten wir gleich vermerken. Damit ist die Rezeptur auch später noch nachvollziehbar.

 

Danach:

  • Abfüllen: Abgefüllt wird nur in vorher desinfizierte Behälter!

 

  • Beschriften: Nachdem wir alles abgefüllt haben, beschriften wir unser Produkt. Wir schreiben auf, wann wir das Produkt erstellt haben, um nachvollziehen zu können, wie lange es haltbar ist. Außerdem schreiben wir auf das Etikett, welche Inhaltsstoffe es enthält (dies kann auch gesondert auf einem Blatt vermerkt werden). Und wir geben dem Produkt einen Namen (z.B. Körperöl, Badesalz, Handcreme).

 

  • Saubermachen: Wir machen den Arbeitsplatz wieder sauber, waschen alle Rührbecher und Gerätschaften und stellen diese desinfiziert zurück an ihren Platz.

 

Haltbarkeit:

Die Haltbarkeit selbst gerührter Kosmetik ist abhängig von verschiedensten Faktoren:

 

  • Sauberkeit im Herstellungsprozess: Ein sauberer Arbeitsplatz und ordentlich desinfizierte Arbeitsutensilien und Leerbehälter wirken sich natürlich günstig auf die Haltbarkeit aus.

 

  • Art des Produktes: Sobald ein Produkt auch Wasser enthält ist es grundsätzlich instabiler und droht schneller zu verderben.

 

  • Wahl des Leerbehälters: Es empfiehlt sich sehr auf Leerbehälter mit Pumpsystemen (z.B. Airless-Spender) zurückzugreifen. Für Cremen eignen sich Airless-Spender am besten. So ist dafür gesorgt, dass wir die Creme nicht durch unsere Hände verkeimen oder durch die ständige Zufuhr von Luft vorzeitig verderben.

 

Ich wünsche euch ein frohes Rühren!

Nahrung für unsere Haut
Hautpflegeprodukte genauer betrachtet

Wir treffen täglich etliche Entscheidungen – wichtige und weniger wichtige. Unserer Gesundheit zuliebe sollten wir uns ehrlich und kritisch damit auseinandersetzen, was auf unsere Haut und somit in unseren Körper kommt. Alles, was wir täglich tun und zu uns nehmen, hat einen Einfluss auf unser Wohlbefinden und kann uns entweder stärken oder schwächen.

Wir können uns einerseits genauer mit den Produkten befassen, die bereits Einzug in unser Zuhause gefunden haben und andererseits können wir beginnen unsere Hautpflegeprodukte selbst herzustellen. Wir können die Verantwortung für unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen! „Teil der großen Aufgabe unsere Gesundheit zu schützen sowie unsere Zukunft und die unseres Planeten verantwortungsvoll, fair und nachhaltig zu gestalten, ist auch die Wahl der kosmetischen Pflege.“ (Stiens 2013: 11)

Wenn wir anfangen Kosmetik selber zu rühren, dann können wir selbst darüber bestimmen, welche Inhaltsstoffe wir verwenden. Wir können dann Produkte herstellen, die auf unsere individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind und uns auch wirklich gut tun. Auch unsere Haut isst und braucht kostbare Nahrung. „Natürliche Hautpflege ist daher ein sinnvoller weiterer Schritt für alle, die künstliche Stoffe in der Ernährung vermeiden und frische Lebensmittel auf dem Teller vorziehen. Denn, ob Nahrung oder Kosmetik, beide gelangen ins Innere des Körpers.“ (Nedoma 2013: 13)

 

Wie wir in unseren Tag starten

Die Morgenroutine im Bad ist bei den meisten Menschen sehr ähnlich. Wir duschen, verwenden ein schäumendes Duschgel oder nehmen ein Bad mit einem wohlriechenden Badezusatz. Wir shampoonieren die Haare, benutzen danach noch den passenden Conditioner und etwas später dann alle möglichen weiteren Haarpflegeprodukte. Nach dem Duschen tragen wir Deo auf, vielleicht cremen wir auch unsere Haut noch ein. Wir putzen uns die Zähne – dabei soll die Zahnpasta natürlich für einen guten Geschmack sorgen. Danach verwenden wir wahrscheinlich noch ein bisschen Schminke und sprühen uns mit dem neuesten Parfum ein.

Bereits in den frühen Morgenstunden haben wir unseren Körper mit einigen hundert verschiedenen Stoffen konfrontiert, von denen wir nicht wirklich wissen, wie sie wirken. Die meisten von uns haben sich bisher nicht mit den Inhaltsstoffen ihrer Kosmetikprodukte auseinandergesetzt und viele wissen nicht, was sie sich und ihrer Haut da eigentlich alles zumuten. Wir vertrauen auf gute Qualität. Doch bei genauer Betrachtung erweisen sich viele der sogenannten Pflege-Produkte sogar als potentiell gesundheitsgefährdend!

Die VerbraucherInnen werden oft in die Irre geführt. Viele herkömmliche Kosmetikhersteller betreiben greenwashing. Sie werben also etwa mit Bezeichnungen wie „pflanzlich“, „natürlich“ oder „mit Olivenöl“ oder bedrucken ihre Produkte mit Pflanzenfotos, die Natürlichkeit suggerieren. Doch in herkömmlichen Kosmetika steckt oft viel mehr Chemie drinnen als wir glauben. Außerdem hilft uns auch die Deklaration der Inhaltsstoffe nicht immer weiter, denn Hersteller sind erst ab einer Menge von 1% dazu verpflichtet einen Inhaltsstoff anzuführen. (vgl. Schimmelpfennig 2013: 27f.)

Auch bei Naturkosmetik kann man sich nicht immer auf gute Qualität verlassen, denn der Begriff ist nicht geschützt. In der europäischen Kosmetikverordnung, der alle kosmetischen Mittel unterliegen, ist keine gesetzliche Regelung für diesen Begriff festgelegt. Beim Einkauf von Naturkosmetik sollten wir daher auf unabhängige Gütesiegel achten. Nur zertifizierte Naturkosmetik muss strenge Richtlinien erfüllen. Eine Übersicht der verschiedenen Siegel gibt es zum Beispiel auf der Webseite von global2000. (vgl. https://www.global2000.at/sites/global/files/Naturkosmetiksiegel.pdf, abgerufen am 20.12.2018)

 

Inhaltsstoffe aus dem Chemielabor

Die Kosmetikindustrie kann zwar nicht gänzlich tun, was sie möchte, aber dennoch bewahrt uns die Gesetzgebung nicht davor, dass gefährliche Substanzen in die Produkte gelangen. Vor Risiken und Nebenwirkungen werden wir nicht geschützt. Künstliche Inhaltsstoffe „können sich im Körper anreichern, Gewässer verschmutzen und die Umwelt belasten.“ (Nedoma 2013: 17)

Zu bedenken ist auch, dass in einem Produkt immer mehrere Inhaltsstoffe enthalten sind und es keine systematischen Studien zu den langfristigen Auswirkungen eines solchen Chemiecocktails gibt bzw. es schier unmöglich wäre eine solche Studie in die Realität umzusetzen.

 

Die Umstellung von Chemie auf Natur

Wenn wir unseren Körper von Chemie auf Natur umstellen möchten, dann müssen wir zu Beginn damit rechnen, dass Haut und Haare darauf reagieren könnten. Das sollte uns aber nicht weiter beunruhigen, sondern ist lediglich ein Zeichen davon, dass wir Abfall- und Giftstoffe loswerden. „Ist der Umstellungsprozess aber erst einmal abgeschlossen, werden Sie nicht nur ein völlig neues Haut- und Haargefühl, sondern auch das wunderbar beruhigende Gefühl haben, Ihrer Haut etwas Gutes zu tun …“ (Schimmelpfennig 2013: 239) Es braucht einfach ein bisschen Geduld und Vertrauen.

 

Die Vorteile selbst gerührter Kosmetik auf einen Blick

Selbst gerührte Kosmetik hat viele Vorteile: Wir übernehmen die Verantwortung für unsere Gesundheit und sorgen gut für uns. Wir entscheiden selbst, woraus unsere Pflege zusammengesetzt sein soll. Wir wissen ganz genau, was in unseren Kosmetikprodukten drinnen ist. Wir können die Produkte auf unsere eigenen Bedürfnisse abstimmen. Wir können gänzlich auf Konservierungsstoffe verzichten. Wir können Pflegeprodukte herstellen, die ohne Tierversuche konzipiert wurde. Wir produzieren weniger Müll, da wir keine unnötigen Verpackungsmaterialien brauchen. Wir geben viel weniger Geld für Kosmetikartikel aus und haben dennoch beste Qualität.

Im Rahmen der feinrühren-Beratung kann Kosmetik übrigens selbst hergestellt werden. Wir verwenden dabei hochwertige Rohstoffe aus biologischem Anbau und stellen Hautpflegeprodukte her, die auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.

 

Literatur

Nedoma, Gabriela (2013): Grüne Kosmetik. Bio-Pflege aus Küche und Garten. Linz: freya.

Schimmelpfennig, Marion (2013): Giftcocktail Körperpflege. Der schleichende Tod aus dem Badezimmer. Birstein-Lichenroth: J.K. Fischer-Verlag.

Stiens, Rita (2013): Die Wahrheit über Kosmetik. Der kritische Wegweiser durch den Kosmetik-Dschungel. Ankum: RS-Media.

 

Internetquellen

global2000: Naturkosmetik Labels in der Übersicht. https://www.global2000.at/sites/global/files/Naturkosmetiksiegel.pdf, abgerufen am 17.01.2018.

Hausmittel für Kinder
Ätherische Öle für unseren Nachwuchs

Wir können unsere Kinder mit vielen einfachen Hausmitteln begleiten und so zu ihrer Genesung beitragen. Ein liebevoll zubereiteter Heilkräutertee, eine sanfte Kompresse oder ein guter Duft können oft einen wertvollen Beitrag zur Gesundung leisten. Schulmedizin und Naturheilkunde sind kein Widerspruch, sondern können sich auf wunderbare Art und Weise ergänzen. Für die Herstellung von Hausmitteln bietet uns die Natur eine Vielzahl an Kostbarkeiten.

 

Hausmittel für Kinder – ohne Nebenwirkungen?

Die Natur liefert uns viele sehr wirkungsvolle Möglichkeiten, um unseren Nachwuchs in verschiedensten Lebensphasen zu begleiten. Dennoch sind auch natürliche Mittel nicht ohne Nebenwirkungen. Daher sollten wir uns im Umgang mit diesen wirklich sicher fühlen. Auch wenn wir selbst viel tun können, um unser Kind in Zeiten des Krankseins zu unterstützen, so sind der Selbstbehandlung auch Grenzen gesetzt, die es nicht zu überschreiten gilt.

Ätherische Öle können uns bei verschiedensten Anliegen wertvolle und rasche Hilfe bieten. Wichtig ist allerdings zu wissen, wie wir die Öle bestmöglich zum Wohle unserer Gesundheit und der Gesundheit unserer Kinder einsetzen können. Bei der Auswahl von ätherischen Ölen sollten wir darauf achten, dass diese zu 100% naturrein sind und das Pflanzenmaterial aus biologischem Anbau oder Wildsammlung stammt. Nur wenn die Öle eine gute Qualität haben, können sie ihre positiven Eigenschaften entfalten. Außerdem gilt zu bedenken, dass nicht jedes Öl für jeden gleichermaßen gut geeignet ist. Ein achtsamer Umgang mit ätherischen Ölen ist vor allem für Schwangere und Stillende besonders wichtig. Es gilt auch zu bedenken, dass Babys und Kleinkinder sehr sensibel auf Düfte reagieren und sich nur wenige ätherische Öle für diese sensiblen Wesen eignen!

Bei Säuglingen dürfen nur ganz wenige ätherische Öle eingesetzt werden, die maximal 0,1-0,5%ig zum Einsatz kommen können. Hier ist jedoch absolute Vorsicht geboten! „Die Allerkleinsten bis etwa einem Alter von einem halben Jahr behandeln wir vorzugsweise mit Hydrolaten, unbedufteten Pflanzenölen, Kräutertees und homöopathischen Präparaten.“ (Herber/Zimmermann 2018: 12f.)

Je jünger das Kind ist, desto geringer sollte der Gehalt an ätherischen Ölen in einer Mischung sein. Bedenken Sie immer, wie viel Pflanzenkraft in nur einem einzigen Tropfen ätherischem Öl steckt – ein einziger Tropfen Rosenöl enthält beispielsweise rund 30 Rosenblüten. Für sensible Menschen, Kinder bis zu 3 Jahren und ältere Menschen sollte die Verdünnung von 1% nicht überschritten werden. Für Kinder zwischen 3-6 Jahren ist eine Verdünnung von 1-1,5% nicht zu überschreiten. Für Kinder zwischen 6-10 Jahren empfiehlt es sich eine Verdünnung von bis zu 2% nicht zu überschreiten. (vgl. ebd. 2018: 13)

 

Die Schätze der Natur bestmöglich einsetzen

„Wichtige Voraussetzung für die Selbstbehandlung ist, dass die Eltern sich dies auch zutrauen. Wenn eine Unsicherheit besteht, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. […] Grundsätzlich sollten nur leichtere Erkrankungen, sogenannte Alltagsbeschwerden, selbst behandelt werden.“ (Bühring et. al 2013: 14) Wesentlich ist ein sicherer Umgang mit den Mitteln, die wir einsetzen möchten, auch wenn diese natürlichen Ursprungs sind. Was wirkt, kann immer auch Nebenwirkungen mit sich bringen und genau das wollen wir vermeiden.

 

WENIGER IST IMMER MEHR!

Dieser Gedanke sollte uns im Umgang mit ätherischen Ölen und Kräutern stets leiten.

 

Die Vorteile selbst gemachter Hausmittel für Kinder

Wenn wir Hausmittel selber herstellen, kann das sehr viele Vorteile mit sich bringen: Wir entscheiden selbst, woraus unsere Mittel zusammengesetzt sein sollen. Wir wissen ganz genau, was in unseren Mitteln drinnen ist. Wir können die Mittel auf die Bedürfnisse unserer Kinder abstimmen. Wir können unsere Kinder in die Herstellung miteinbeziehen und ihnen somit zeigen, dass sie selbst auch zu ihrer Genesung beitragen können. Die Art und Weise, wie wir Kindern etwa einen Tee verabreichen oder eine Kompresse auflegen, kann maßgeblich zur Genesung beitragen. Wir können ihnen so liebevolle Zuwendung zuteil werden lassen. Wir können gänzlich auf Konservierungsstoffe verzichten. Wir produzieren weniger Müll, da wir keine unnötigen Verpackungsmaterialien brauchen.

 

Workshop zum Thema

Mehr über Hausmittel für Kinder kann im Workshop Hausapotheke und Hautpflegeprodukte für Babys und Kinder in Erfahrung gebracht werden. In diesem Workshop dreht sich alles ums Selbermachen. Wir stellen gemeinsam duftende Hausmittel her, die bei verschiedensten Wehwehchen unterstützen und kreieren kostbare Hautpflegeprodukte für unsere Kinder.

 

Literatur

Bühring, Ursel et. al (2013): Heilfpflanzen in der Kinderheilkunde. Das Praxis-Lehrbuch. Stuttgart: Haug.

Herber, Sabrina/Zimmermann, Eliane (2018): Aromatherapie für Kinder. Schnelle und sanfte Alltagshilfe. Stuttgart: Ulmer.